Archiv der Kategorie 'Antinazismus'

Vortrag mit Karl Rössel: Nazi-Kollaborateure im ‚arabischen Raum‘

im Laufe des Zweiten Weltkriegs kam es auch im Nahen und Mittleren Osten zu Kollaborationen mit den Nazis, den italienischen Faschisten und dem japanischen Kaiserreich. Zu den Kollaborierenden zählten teilweise auch antikoloniale Bewegungen. Sie rekrutierten Freiwillige für die Wehrmacht oder SS, kämpften an der Seite der faschistischen Achsenmächte und beteiligten sich an der Shoa.

Am Dienstag, den 16. Juni 2015 haben wir dazu Karl Rössel zu Gast – Autor des iz3w-Schwerpunktes „Nazikollaborateure in der Dritten Welt“ sowie Mitherausgeber des Buches „Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ (2005), Mitbegründer des Rheinischen JournalistInnenbüros.

Wir freuen uns euch zu sehen:

Dienstag, 16. Juni 2015, 19Uhr, Hörsaal II, Hauptgebäude der Uni Köln (Gebäude Nr 100), Albertusmagnusplatz

Film „Nacht und Nebel“ am 08. Mai, anlässlich des Tags der Befreiung

Überlebende Häftlinge des KZs Dachau feiern die Befreiung - Überlebende Häftlinge des KZs Dachau feiern die Befreiung -

Diesen Freitag, am 08. Mai, jährt sich die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht zum 70. Mal.

Aus diesem Anlass laden wir Euch ein, mit uns zusammen den Film „Nacht und Nebel“ anzuschauen. Diese halbstündige Dokumentation über das Geschehen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern von Alain Resnais verbindet eindringliche Bilder, die Musik Hanns Eislers und den Text der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan zum ersten filmischen Werk zum Thema, das auch von breiteren Teilen der deutschen Bevölkerung gesehen wurde und sie so mit den Bildern der Verbrechen konfrontierte.

Im Anschluss wird die Möglichkeit bestehen, sich sowohl über den Film als auch über den erinnerungskulturellen Umgang mit diesem Jahrestag auszutauschen.

Wir treffen uns am Freitag, 08.05. um 18 Uhr im Café Chaos im Untergeschoss der Humanwissenschaftlichen Fakultät (Gebäude 216), Gronewaldstr. 2.

Bis dann,
eure ALiens

PS: In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf einige andere Veranstaltungen hinweisen:

- Da wären zunächst die Proteste gegen die „Pro NRW“-Hetzkundgebung am 08.05. in Düsseldorf (Treffpunkt für AntifaschistInnen: 11:00 Uhr, Düsseldorf-Kaiserswerth (U-Bahn Linie 79, Haltestelle Klemensplatz; nähere Infos unter https://www.facebook.com/events/842155689188610/).

- Der StAVV hat eine Stadtteilführung zu jüdischem Leben in Ehrenfeld organisiert. Am Montag, 11.05.2015, um 14 Uhr sowie um 16 Uhr; Anmeldung unter StAVV@gmx.de, Treffpunkt für die Führung: Jüdisches Wohlfahrtzentrum, Köln Ehrenfeld, Ottostraße 85 (Eingang Nussbaumerstraße).

- Im neuen AZ auf der Luxemburgerstraße findet am Dienstag, 5. Mai, um 19.30 Uhr eine von der der Antifaschistischen Koordination Köln und Umland (AKKU) organisierte Veranstaltung mit dem Titel „Der 8. Mai in der deutschen Erinnerungskultur: Zwischen antifaschistischem Gedenken, Staatsraison und extrem rechter Vereinnahmung“ mit dem Historiker Michael Sturm statt.

- Die Antifaschistische Initiative (ai [koeln]) lädt zusammen mit Aesthetik&Zerstoerung unter dem Motto „Game Over Krauts!“ zur Party anlässlich des Jahrestages der Kapitulation, am 08. Mai ab 20 Uhr in der LC36 (http://aikoeln.blogsport.eu/2015/04/29/8-mai-1945-kapitulation-deutschlands-game-over-krauts/).

- Das EL-DE-Haus bietet verschiedene Veranstaltungen an; unter anderem am Donnerstag, 7. Mai 2015, um 19.30 Uhr: „Das Kriegsende aus europäischer Perspektive“, Öffentlicher Vortrag von Richard Overy im Rahmen der Tagung „Opa war in Ordnung“

- Das AStA-Kino hatte anlässlich des Jahrestages drei Filme im Programm, von denen wegen technischer Probleme mit dem 35mm-Projektor leider zwei auf das kommende Semester verlegt wurden; der dritte Film mit dem Titel „Ich war neunzehn“ wird am 21.05. um 19:30 in Hörsaal A1 im Hörsaalgebäude gezeigt.

- Der AK Zivilklausel hat anlässlich des 70. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht eine Wanderausstellung organisiert, die in verschiedenen Gebäuden der Uni zu sehen sein wird, sowie eine Veranstaltung zum Thema „Der Antifaschistische Widerstand und die Befreiung 1945: Aktuelle Bedeutung, Lehren und Konsequenzen“ mit Ulrich Schneider, Historiker und Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (http://www.zivilklausel.uni-koeln.de/Flyer-Tolkatchev.pdf).

- Am 08.05. findet um 16 Uhr am Mahnmal Hansaring eine Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ anlässlich des Jahrestages statt. Am 09. Mai, 14 Uhr am Hans-Böckler-Platz und 15:30 Uhr auf der Domplatte findet eine Demonstration und Kundgebung unter dem Motto „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!“ statt, zu der ein Bündnis von Attac Köln – Arbeitskreis Geopolitik und Frieden, Arbeitskreis Zivilklausel Köln, DFG-VK Köln, DIDF Köln, DKP Köln, Kölner Friedensforum, SDS Köln, VVN-BdA Köln und anderen aufruft.

Hinweise zu diesen und weiteren Veranstaltungen zum Thema findet ihr auch bei der Stadtrevue:
http://www.stadtrevue.de/archiv/archivartikel/7103-8-mai-ruhe-an-der-erinnerungsfront/

Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz in Dortmund

Seit Zehn Jahren findet in Dortmund die sogenannte „Schmuddel-Demo“ statt, in Gedenken an den 2005 von einem Dortmunder Nazi ermordeten Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz. Die Dortmunder Naziszene sorgt in der Stadt durch ihre Größe und regionale Etablierung (der Stadtteil Dorstfeld gilt als Nazi-Homezone und mit der Partei „Die Rechte“ sitzt eine Nazi-Partei sogar im Dortmunder Stadtrat) für ein permanentes Bedrohungsszenario für Menschen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen oder von ihnen als politische Gegner*innen ausgemacht werden. Zu allem Überfluss wurde in diesem Jahr eine Nazidemo samt Konzert zeitgleich zur antifaschistischen Gedenkdemo angemeldet.

Für die Antifaschistische Demonstration wird es in Köln (mehr…)

Initiative Burschenschaftliche Zukunft – Neue Ausrichtungen von Burschis?

„Namen mit Narben verkaufen sich schwerer.“ – Marie Curry (1)

Vom 6. bis 8. März soll im Zuge eines bundesweiten Treffens verschiedener Burschenschaften in Gießen, die Gründung eines neuen burschenschaftlichen Dachverbandes namens „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“ (IBZ) vorbereitet werden. In einer Mitteilung einer lokalen Antifagruppe heißt es über Sinn und Zweck dieser Neugründung: „Dieser Dachverband soll eine Alternative bieten für Burschenschaften, die aus der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) ausgetreten sind und in der „Neuen Deutschen Burschenschaft“ (NDB) keinen adäquaten Ersatz sehen.“ (2)

Beteiligt ist an der Gründung der IBZ auch die Burschenschaft Alemannia aus Köln, die sich noch immer dem Wahlspruch „Ehre – Freiheit – Vaterland“ verpflichtet sieht, ebenso wie die Verbände DB und IBZ. Letzterer Verband hält zu den drei Begriffen des Wahlspruches in seiner Grundsatzerklärung vom 3. März 2012 mit positivem Bezug auf die DB fest, ihre Mitglieder bekannten sich zu diesem „als unteilbar gleichberechtigtem Dreiklang“ von Ehre, Freiheit und Vaterland. (3)

Die DB als größter Dachverband deutscher Burschenschaften hat seit einiger Zeit mit einem massiven Imageproblem zu kämpfen. Der Ruf der DB wurde nicht zuletzt nachhaltig geschädigt, indem die Burschenschaft „Raczeks“ aus Bonn versuchte, einen als „Ariernachweis“ bundesweit bekannt gewordenen Paragraphen d.h. eine Abstammungsprüfung der Mitglieder in die Satzung der DB aufnehmen zu lassen. Sammelten sich aus der DB ausgetretene Burschenschaften lange im alternativ bestehenden Dachverband NDB, so ist dieser den Burschenschaften der IBZ offensichtlich nicht konsequent genug in der Auslegung der Ziele und Ideale einer männerbündischen, burschenschaftlichen Gemeinschaft. (4)

Die Burschenschaft „Germania“ aus Köln, welche weiterhin in der DB organisiert ist, verpflichtet sich dem Motto „Halt faß am Rich!“ (übersetzt: „Halte fest am Reich!“). Mit Blick auf die Farben der Burschenschaft (Schwarz, Weiß, Rot) wird deutlicher, dass dieses Motto Bezüge zum Deutschen Reich und damit auf einen Zeitraum von 1871 bis 1945 herstellt. Die „Germania“ hat folglich keinerlei Schwierigkeiten sich auf Monarchie, rassistische Deutschtümelei und in letzter Konsequenz auf die Shoa positiv zu beziehen. Die Burschenschafter, sowohl der DB als auch der IBZ betrachten das Deutsche Reich bis heute als ihr Vaterland: „Die Mitglieder der Initiative Burschenschaftliche Zukunft bekennen sich zum volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff und damit zum deutschen Vaterland als der geistig-kulturellen Heimat des deutschen Volkes.“ (5)

Die Gründung der IBZ, das wird schon zu Beginn deutlich sichtbar, ist der Versuch, sich des Images eines Nazi-Dachverbandes zu entledigen. Beibehalten wird hierbei jedoch das reaktionäre Gedankengut, das auch in der DB gepflegt wird und welches unter anderem eben auch einen Arierparagraphen hervorbringt. Dem Versuch, nach außen die Narben rassistischer Programmatik zu retuschieren, gilt es entschlossen entgegenzuwirken.

No future for the german fraternity!

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(1) Neonschwarz: 2014, URL: https://www.youtube.com/watch?v=23ThdwtZlbM (zuletzt abgerufen am 05.03.2015).
(2) Antifa R4: Alternative für Burschenschaften, URL: http://antifa-r4.blogspot.de/2015/02/alternative-fur-burschenschaften.html (zuletzt abgerufen am 03.03.2015).
(3) „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“: „Gründungsurkunde“, URL: http://stuttgarter-initiative.de/wp-content/uploads/2012/03/2012-03-03-IBZ-Gr%C3%BCndungsurkunde-scan.pdf (zuletzt abgerufen am 03.03.2015).
(4) Noch immer eint alle drei Dachverbände – DB, NDB und IBZ – der organisatorische Ausschluss von Frauen*.
(5) „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“: „Gründungsurkunde“. Vgl. Fußnote 3

Bündnis gegen Antisemitismus Köln (BgA K.)

Wir machen hiermit, aufgrund des grassierenden völkischen Wahns, auf das Bündnis gegen Antisemitismus Köln aufmerksam und begrüßen die Protestaktionen des Bündnisses.

Link zur Website und mehr Infos siehe: http://bga-koeln.tumblr.com/

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Gegen jeden Antisemitismus!

Aufruf zur Kundgebung am 17. August 2014

16:00 Uhr, Hauptbahnhofs-Vorplatz Köln

Seit Beginn der israelischen Militäroperation „Protective Edge“ (Schutzlinie) drückt sich der Antisemitismus in Deutschland so unverhohlen in der Öffentlichkeit aus wie seit langem nicht mehr. Jüdinnen und Juden werden auf Demonstrationen beschimpft und „ins Gas“ gewünscht, werden bedroht und tätlich angegriffen; in Wuppertal verüben AntisemitInnen einen Brandanschlag auf die Synagoge. Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, warnt bereits davor, in Deutschland als Jüdin/Jude erkennbar zu sein. Auch in anderen europäischen Ländern wird der Hass aggressiv ausgelebt: In Frankreich werden Synagogen und Gemeindezentren belagert und angegriffen, jüdische Geschäfte werden verwüstet. In Italien werden Hakenkreuze im jüdischen Viertel gesprüht. In Großbritannien wurden seit Beginn der Operation „Protective Edge“ über einhundert antisemitische Vorfälle gezählt.

Öffentliches Forum des Judenhasses sind zunehmend sogenannte „Friedensdemonstrationen“, bei denen tausende Menschen vorgeblich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für Gaza auf die Straße gehen. Dass die TeilnehmerInnen dieser Aufmärsche nur ein nachrangiges Interesse an Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit haben, kann leicht erkennen, wer es erkennen möchte. Wer die andauernden Raketenangriffe der Hamas auf Israel verschweigt; wer verschweigt, dass Israel bemüht ist, sowohl die eigene als auch die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen, während die Hamas Raketen auf ZivilistInnen schießt und die Menschen in Gaza als menschliche Schutzschilde missbraucht; wer den alltäglichen Terror der Hamas gegen die Bevölkerung in Gaza verschweigt; wer verschweigt, dass erklärtes Ziel der Hamas die Vernichtung Israels und die Ermordung aller Jüdinnen und Juden ist; wer verschweigt, dass die Hamas kein Interesse an Frieden, sondern an möglichst vielen toten ZivilistInnen in Gaza hat; wer all dies nicht erwähnenswert findet und zugleich „Kindermörder Israel“ oder „Juden ins Gas“ ruft, hat weder Interesse an Frieden noch am Wohlergehen der Menschen in Gaza, sondern die treibt der Hass auf Israel und Jüdinnen und Juden auf die Straße.

Der von „IsraelkritikerInnen“ gern behauptete Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus, also der Unterschied zwischen Judenhass und Ablehnung des jüdischen Staates, ist lediglich ein oberflächlicher. Mit dem Ende des Nationalsozialismus war offener Judenhass tabuisiert. Er fand nun sein populäres Ventil in der vermeintlich unverdächtigen „Israelkritik“, die das alte Klischee vom rachsüchtigen Juden aktualisiert im ständig wiederholten Bild des rachsüchtigen Israel. Es ist diese fortschrittlich und aufgeklärt daherkommende „Israelkritik“, die regelmäßig nach Frieden, Mäßigung und Waffenstillstand ruft, wenn sich der jüdische Staat gegen seine Feinde verteidigt, aber schweigt, wenn Israel angegriffen wird.

Dass der Antisemitismus nun wieder so gänzlich unverhohlen zu Tage tritt – ob als muslimischer oder linker Judenhass auf der Straße oder feingeistig im Feuilleton – ist denjenigen unangenehm, die bis dato mit der Selbstgewissheit moralischer Überlegenheit Israel kritisierten, wie sie sonst keinen Staat auf der Welt kritisieren, und die sich zugleich jedes Antisemitismus‘ unverdächtig wähnen. So kommt es, dass nun die gleichen Zeitungen, Online-Medien und Talkshow-Heinis, die seit Jahren durch ihre einseitige Berichterstattung an der Delegitimierung des jüdischen Staates mitwirken, wohlfeil ein „Engagement gegen Antisemitismus“ fordern. Ziel dieser Appelle ist dann auch meist nicht die mal mehr, mal weniger offene Judenfeindschaft der deutschen „Mehrheitsgesellschaft“ (selbst der Expertenbericht des Bundestages schätzt jedeN fünfteN DeutscheN als antisemitisch ein, und der schätzt vorsichtig). Stattdessen gilt Antisemitismus plötzlich primär als Problem von MigrantInnen – und die Rufe nach Abschiebung lassen nicht lange auf sich warten.

Der Antisemitismus mündete ins größte Verbrechen der Moderne – in die Shoa, die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden durch das faschistische Deutschland. Aus der Forderung, „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“, folgt die Notwendigkeit, den Antisemitismus und seine Grundlagen konsequent zu bekämpfen. Daher:

Kampf jedem Antisemitismus!

Solidarität mit Israel!

Gegen Islamismus, Rassismus und Faschismus sowie Neonazismus!

Bündnis gegen Antisemitismus, Köln
bga-koeln.tumblr.com
(URL, Link)

https://www.facebook.com/events/252248054973741/“ (Link zum fb-event)

Unterstützt das Bündnis – gegen jeden Antisemitismus.




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