Archiv der Kategorie 'Antinationalismus'

Film „Nacht und Nebel“ am 08. Mai, anlässlich des Tags der Befreiung

Überlebende Häftlinge des KZs Dachau feiern die Befreiung - Überlebende Häftlinge des KZs Dachau feiern die Befreiung -

Diesen Freitag, am 08. Mai, jährt sich die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht zum 70. Mal.

Aus diesem Anlass laden wir Euch ein, mit uns zusammen den Film „Nacht und Nebel“ anzuschauen. Diese halbstündige Dokumentation über das Geschehen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern von Alain Resnais verbindet eindringliche Bilder, die Musik Hanns Eislers und den Text der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan zum ersten filmischen Werk zum Thema, das auch von breiteren Teilen der deutschen Bevölkerung gesehen wurde und sie so mit den Bildern der Verbrechen konfrontierte.

Im Anschluss wird die Möglichkeit bestehen, sich sowohl über den Film als auch über den erinnerungskulturellen Umgang mit diesem Jahrestag auszutauschen.

Wir treffen uns am Freitag, 08.05. um 18 Uhr im Café Chaos im Untergeschoss der Humanwissenschaftlichen Fakultät (Gebäude 216), Gronewaldstr. 2.

Bis dann,
eure ALiens

PS: In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf einige andere Veranstaltungen hinweisen:

- Da wären zunächst die Proteste gegen die „Pro NRW“-Hetzkundgebung am 08.05. in Düsseldorf (Treffpunkt für AntifaschistInnen: 11:00 Uhr, Düsseldorf-Kaiserswerth (U-Bahn Linie 79, Haltestelle Klemensplatz; nähere Infos unter https://www.facebook.com/events/842155689188610/).

- Der StAVV hat eine Stadtteilführung zu jüdischem Leben in Ehrenfeld organisiert. Am Montag, 11.05.2015, um 14 Uhr sowie um 16 Uhr; Anmeldung unter StAVV@gmx.de, Treffpunkt für die Führung: Jüdisches Wohlfahrtzentrum, Köln Ehrenfeld, Ottostraße 85 (Eingang Nussbaumerstraße).

- Im neuen AZ auf der Luxemburgerstraße findet am Dienstag, 5. Mai, um 19.30 Uhr eine von der der Antifaschistischen Koordination Köln und Umland (AKKU) organisierte Veranstaltung mit dem Titel „Der 8. Mai in der deutschen Erinnerungskultur: Zwischen antifaschistischem Gedenken, Staatsraison und extrem rechter Vereinnahmung“ mit dem Historiker Michael Sturm statt.

- Die Antifaschistische Initiative (ai [koeln]) lädt zusammen mit Aesthetik&Zerstoerung unter dem Motto „Game Over Krauts!“ zur Party anlässlich des Jahrestages der Kapitulation, am 08. Mai ab 20 Uhr in der LC36 (http://aikoeln.blogsport.eu/2015/04/29/8-mai-1945-kapitulation-deutschlands-game-over-krauts/).

- Das EL-DE-Haus bietet verschiedene Veranstaltungen an; unter anderem am Donnerstag, 7. Mai 2015, um 19.30 Uhr: „Das Kriegsende aus europäischer Perspektive“, Öffentlicher Vortrag von Richard Overy im Rahmen der Tagung „Opa war in Ordnung“

- Das AStA-Kino hatte anlässlich des Jahrestages drei Filme im Programm, von denen wegen technischer Probleme mit dem 35mm-Projektor leider zwei auf das kommende Semester verlegt wurden; der dritte Film mit dem Titel „Ich war neunzehn“ wird am 21.05. um 19:30 in Hörsaal A1 im Hörsaalgebäude gezeigt.

- Der AK Zivilklausel hat anlässlich des 70. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht eine Wanderausstellung organisiert, die in verschiedenen Gebäuden der Uni zu sehen sein wird, sowie eine Veranstaltung zum Thema „Der Antifaschistische Widerstand und die Befreiung 1945: Aktuelle Bedeutung, Lehren und Konsequenzen“ mit Ulrich Schneider, Historiker und Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (http://www.zivilklausel.uni-koeln.de/Flyer-Tolkatchev.pdf).

- Am 08.05. findet um 16 Uhr am Mahnmal Hansaring eine Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ anlässlich des Jahrestages statt. Am 09. Mai, 14 Uhr am Hans-Böckler-Platz und 15:30 Uhr auf der Domplatte findet eine Demonstration und Kundgebung unter dem Motto „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!“ statt, zu der ein Bündnis von Attac Köln – Arbeitskreis Geopolitik und Frieden, Arbeitskreis Zivilklausel Köln, DFG-VK Köln, DIDF Köln, DKP Köln, Kölner Friedensforum, SDS Köln, VVN-BdA Köln und anderen aufruft.

Hinweise zu diesen und weiteren Veranstaltungen zum Thema findet ihr auch bei der Stadtrevue:
http://www.stadtrevue.de/archiv/archivartikel/7103-8-mai-ruhe-an-der-erinnerungsfront/

Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz in Dortmund

Seit Zehn Jahren findet in Dortmund die sogenannte „Schmuddel-Demo“ statt, in Gedenken an den 2005 von einem Dortmunder Nazi ermordeten Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz. Die Dortmunder Naziszene sorgt in der Stadt durch ihre Größe und regionale Etablierung (der Stadtteil Dorstfeld gilt als Nazi-Homezone und mit der Partei „Die Rechte“ sitzt eine Nazi-Partei sogar im Dortmunder Stadtrat) für ein permanentes Bedrohungsszenario für Menschen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen oder von ihnen als politische Gegner*innen ausgemacht werden. Zu allem Überfluss wurde in diesem Jahr eine Nazidemo samt Konzert zeitgleich zur antifaschistischen Gedenkdemo angemeldet.

Für die Antifaschistische Demonstration wird es in Köln (mehr…)

Diskussion zu den Protesten gegen die EZB-Eröffnung

Wir laden ein zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Proteste gegen die EZB-Eröffnung“.

Am 18. März 2015 wird in Frankfurt das neue Gebäude der (mehr…)

Initiative Burschenschaftliche Zukunft – Neue Ausrichtungen von Burschis?

„Namen mit Narben verkaufen sich schwerer.“ – Marie Curry (1)

Vom 6. bis 8. März soll im Zuge eines bundesweiten Treffens verschiedener Burschenschaften in Gießen, die Gründung eines neuen burschenschaftlichen Dachverbandes namens „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“ (IBZ) vorbereitet werden. In einer Mitteilung einer lokalen Antifagruppe heißt es über Sinn und Zweck dieser Neugründung: „Dieser Dachverband soll eine Alternative bieten für Burschenschaften, die aus der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) ausgetreten sind und in der „Neuen Deutschen Burschenschaft“ (NDB) keinen adäquaten Ersatz sehen.“ (2)

Beteiligt ist an der Gründung der IBZ auch die Burschenschaft Alemannia aus Köln, die sich noch immer dem Wahlspruch „Ehre – Freiheit – Vaterland“ verpflichtet sieht, ebenso wie die Verbände DB und IBZ. Letzterer Verband hält zu den drei Begriffen des Wahlspruches in seiner Grundsatzerklärung vom 3. März 2012 mit positivem Bezug auf die DB fest, ihre Mitglieder bekannten sich zu diesem „als unteilbar gleichberechtigtem Dreiklang“ von Ehre, Freiheit und Vaterland. (3)

Die DB als größter Dachverband deutscher Burschenschaften hat seit einiger Zeit mit einem massiven Imageproblem zu kämpfen. Der Ruf der DB wurde nicht zuletzt nachhaltig geschädigt, indem die Burschenschaft „Raczeks“ aus Bonn versuchte, einen als „Ariernachweis“ bundesweit bekannt gewordenen Paragraphen d.h. eine Abstammungsprüfung der Mitglieder in die Satzung der DB aufnehmen zu lassen. Sammelten sich aus der DB ausgetretene Burschenschaften lange im alternativ bestehenden Dachverband NDB, so ist dieser den Burschenschaften der IBZ offensichtlich nicht konsequent genug in der Auslegung der Ziele und Ideale einer männerbündischen, burschenschaftlichen Gemeinschaft. (4)

Die Burschenschaft „Germania“ aus Köln, welche weiterhin in der DB organisiert ist, verpflichtet sich dem Motto „Halt faß am Rich!“ (übersetzt: „Halte fest am Reich!“). Mit Blick auf die Farben der Burschenschaft (Schwarz, Weiß, Rot) wird deutlicher, dass dieses Motto Bezüge zum Deutschen Reich und damit auf einen Zeitraum von 1871 bis 1945 herstellt. Die „Germania“ hat folglich keinerlei Schwierigkeiten sich auf Monarchie, rassistische Deutschtümelei und in letzter Konsequenz auf die Shoa positiv zu beziehen. Die Burschenschafter, sowohl der DB als auch der IBZ betrachten das Deutsche Reich bis heute als ihr Vaterland: „Die Mitglieder der Initiative Burschenschaftliche Zukunft bekennen sich zum volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff und damit zum deutschen Vaterland als der geistig-kulturellen Heimat des deutschen Volkes.“ (5)

Die Gründung der IBZ, das wird schon zu Beginn deutlich sichtbar, ist der Versuch, sich des Images eines Nazi-Dachverbandes zu entledigen. Beibehalten wird hierbei jedoch das reaktionäre Gedankengut, das auch in der DB gepflegt wird und welches unter anderem eben auch einen Arierparagraphen hervorbringt. Dem Versuch, nach außen die Narben rassistischer Programmatik zu retuschieren, gilt es entschlossen entgegenzuwirken.

No future for the german fraternity!

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(1) Neonschwarz: 2014, URL: https://www.youtube.com/watch?v=23ThdwtZlbM (zuletzt abgerufen am 05.03.2015).
(2) Antifa R4: Alternative für Burschenschaften, URL: http://antifa-r4.blogspot.de/2015/02/alternative-fur-burschenschaften.html (zuletzt abgerufen am 03.03.2015).
(3) „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“: „Gründungsurkunde“, URL: http://stuttgarter-initiative.de/wp-content/uploads/2012/03/2012-03-03-IBZ-Gr%C3%BCndungsurkunde-scan.pdf (zuletzt abgerufen am 03.03.2015).
(4) Noch immer eint alle drei Dachverbände – DB, NDB und IBZ – der organisatorische Ausschluss von Frauen*.
(5) „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“: „Gründungsurkunde“. Vgl. Fußnote 3

Bündnis gegen Antisemitismus Köln (BgA K.)

Wir machen hiermit, aufgrund des grassierenden völkischen Wahns, auf das Bündnis gegen Antisemitismus Köln aufmerksam und begrüßen die Protestaktionen des Bündnisses.

Link zur Website und mehr Infos siehe: http://bga-koeln.tumblr.com/

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Gegen jeden Antisemitismus!

Aufruf zur Kundgebung am 17. August 2014

16:00 Uhr, Hauptbahnhofs-Vorplatz Köln

Seit Beginn der israelischen Militäroperation „Protective Edge“ (Schutzlinie) drückt sich der Antisemitismus in Deutschland so unverhohlen in der Öffentlichkeit aus wie seit langem nicht mehr. Jüdinnen und Juden werden auf Demonstrationen beschimpft und „ins Gas“ gewünscht, werden bedroht und tätlich angegriffen; in Wuppertal verüben AntisemitInnen einen Brandanschlag auf die Synagoge. Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, warnt bereits davor, in Deutschland als Jüdin/Jude erkennbar zu sein. Auch in anderen europäischen Ländern wird der Hass aggressiv ausgelebt: In Frankreich werden Synagogen und Gemeindezentren belagert und angegriffen, jüdische Geschäfte werden verwüstet. In Italien werden Hakenkreuze im jüdischen Viertel gesprüht. In Großbritannien wurden seit Beginn der Operation „Protective Edge“ über einhundert antisemitische Vorfälle gezählt.

Öffentliches Forum des Judenhasses sind zunehmend sogenannte „Friedensdemonstrationen“, bei denen tausende Menschen vorgeblich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für Gaza auf die Straße gehen. Dass die TeilnehmerInnen dieser Aufmärsche nur ein nachrangiges Interesse an Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit haben, kann leicht erkennen, wer es erkennen möchte. Wer die andauernden Raketenangriffe der Hamas auf Israel verschweigt; wer verschweigt, dass Israel bemüht ist, sowohl die eigene als auch die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen, während die Hamas Raketen auf ZivilistInnen schießt und die Menschen in Gaza als menschliche Schutzschilde missbraucht; wer den alltäglichen Terror der Hamas gegen die Bevölkerung in Gaza verschweigt; wer verschweigt, dass erklärtes Ziel der Hamas die Vernichtung Israels und die Ermordung aller Jüdinnen und Juden ist; wer verschweigt, dass die Hamas kein Interesse an Frieden, sondern an möglichst vielen toten ZivilistInnen in Gaza hat; wer all dies nicht erwähnenswert findet und zugleich „Kindermörder Israel“ oder „Juden ins Gas“ ruft, hat weder Interesse an Frieden noch am Wohlergehen der Menschen in Gaza, sondern die treibt der Hass auf Israel und Jüdinnen und Juden auf die Straße.

Der von „IsraelkritikerInnen“ gern behauptete Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus, also der Unterschied zwischen Judenhass und Ablehnung des jüdischen Staates, ist lediglich ein oberflächlicher. Mit dem Ende des Nationalsozialismus war offener Judenhass tabuisiert. Er fand nun sein populäres Ventil in der vermeintlich unverdächtigen „Israelkritik“, die das alte Klischee vom rachsüchtigen Juden aktualisiert im ständig wiederholten Bild des rachsüchtigen Israel. Es ist diese fortschrittlich und aufgeklärt daherkommende „Israelkritik“, die regelmäßig nach Frieden, Mäßigung und Waffenstillstand ruft, wenn sich der jüdische Staat gegen seine Feinde verteidigt, aber schweigt, wenn Israel angegriffen wird.

Dass der Antisemitismus nun wieder so gänzlich unverhohlen zu Tage tritt – ob als muslimischer oder linker Judenhass auf der Straße oder feingeistig im Feuilleton – ist denjenigen unangenehm, die bis dato mit der Selbstgewissheit moralischer Überlegenheit Israel kritisierten, wie sie sonst keinen Staat auf der Welt kritisieren, und die sich zugleich jedes Antisemitismus‘ unverdächtig wähnen. So kommt es, dass nun die gleichen Zeitungen, Online-Medien und Talkshow-Heinis, die seit Jahren durch ihre einseitige Berichterstattung an der Delegitimierung des jüdischen Staates mitwirken, wohlfeil ein „Engagement gegen Antisemitismus“ fordern. Ziel dieser Appelle ist dann auch meist nicht die mal mehr, mal weniger offene Judenfeindschaft der deutschen „Mehrheitsgesellschaft“ (selbst der Expertenbericht des Bundestages schätzt jedeN fünfteN DeutscheN als antisemitisch ein, und der schätzt vorsichtig). Stattdessen gilt Antisemitismus plötzlich primär als Problem von MigrantInnen – und die Rufe nach Abschiebung lassen nicht lange auf sich warten.

Der Antisemitismus mündete ins größte Verbrechen der Moderne – in die Shoa, die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden durch das faschistische Deutschland. Aus der Forderung, „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“, folgt die Notwendigkeit, den Antisemitismus und seine Grundlagen konsequent zu bekämpfen. Daher:

Kampf jedem Antisemitismus!

Solidarität mit Israel!

Gegen Islamismus, Rassismus und Faschismus sowie Neonazismus!

Bündnis gegen Antisemitismus, Köln
bga-koeln.tumblr.com
(URL, Link)

https://www.facebook.com/events/252248054973741/“ (Link zum fb-event)

Unterstützt das Bündnis – gegen jeden Antisemitismus.

Veranstaltungsreihe Erinnerungskultur: Ausstellungsbesuch am 13.03.2014

Erinnerungskultur – Gedenken – Geschichte.
Worin unterscheiden sich diese Begriffe und wo überschneiden sie sich? Wer erinnert, und wen? Woran wird erinnert? Aus welcher Perspektive wird erinnert? In welchen Formen wird erinnert? Wozu wird erinnert? …? Mit einer losen Reihe von Veranstaltungen möchten wir Euch zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung mit Fragen zum Thema Erinnerungskultur einladen.

Einsteigen werden wir am 13.03.2014 mit einem Besuch der aktuellen „Kleinen Ausstellung im Gewölbe“ des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.

Who´s Boss: Hair Shirt Army – Armee des härenen Gewands – eine Installation von Tanya Ury
„Mit ihrer Installation „Who’s Boss: Hair Shirt Army“ konfrontiert sie das Publikum am Beispiel der renommierten Modemarke „Hugo Boss“ mit der Frage, wie man sich heute zu dem Erbe der NS-Zeit verhält.“ (http://www.museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/)

Wir treffen uns um 16:00 Uhr vor dem NS-Dokumentationszentrum und besuchen die Ausstellung. Anschließend wollen wir gemeinsam in entspannter Atmosphäre essen, trinken und reflektieren. Über Anmeldungen freuen wir uns, so dass wir uns im NS-Dokumentationszentrum anmelden (alternativeliste@gmx.net) und für anschließend einen Tisch reservieren können. Das soll natürlich nicht heißen, dass die Spontanen unter euch nicht teilnehmen können.

Weitere Veranstaltungen zum Thema Erinnerungskultur sind angedacht. Zum Beispiel planen wir, sobald es wärmer wird, einen Geocaching-Spaziergang in Ehrenfeld zu jüdischem Leben im NS, der Verfolgung von Sinti und Roma und Jugendgruppen die sich nicht anpassen wollten.

Eure ALiens

16.10.2013 Vortrag von Dr. Juliane Wetzel – Israel in den Medien

Weiterleitung einer Empfehlung des StAVV und des SIO Projektes:

Liebe InteressentInnen und FreundInnen,

Wir möchten zum Vortrag
„Israel in den Medien – Kritische Berichterstattung oder Stereotypisierung“
von Dr. Juliane Wetzel einladen.

Der Vortrag findet am Mittwoch, den 16.10.2013, um 19.30 Uhr in der Melanchthon-Akademie (Kartäuserwall 24b) statt.

Der Eintritt beträgt 5,- €.

Weitere Informationen befinden sich im PDF-Dokument.

flyer juliane wetzel vortrag israel in den medien jpg

Vortrag Dr. Juliane Wetzel zu Israel in den Medien (PDF download)

http://www.koelnische-gesellschaft.de/termine.php

Offener Brief der Initiative für das Haus und Museum der Jüdischen Kultur in Köln

Hiermit dokumentieren wir den:

Offenen Brief der Initiative für das Haus und Museum der Jüdischen Kultur in Köln

Am 14. Juli 2011 hat der Rat der Stadt Köln diesen Beschluss gefasst:
»In Abänderung seines Beschlusses vom 13.04.2010 beauftragt der Rat die Verwaltung mit der Ausführung der Archäologischen Zone und des Jüdischen Museums auf der Grundlage der Entwurfsplanung vorbehaltlich der rechtsverbindlichen Zusage von Städtebauförderungsmitteln in Höhe von 14.300.000 Euro«.
Seitdem haben sich neben Befürwortern, Institutionen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft und Politik, erneut Initiativen und Einzelpersonen zu Wort gemeldet, die diesen Beschluss in Frage stellen. Zielrichtung, Begründung und vermutlich Motivation sind unterschiedlich, zum Teil widersprüchlich. Gemeinsam ist allen, dass sie das Projekt ‘Archäologische Zone – Haus und Museum der jüdischen Kultur’ zu verhindern, auf unabsehbare Zeit zu verschieben oder zu verwässern suchen.
Das trifft auch auf den bisher letzten Vorstoß (Martin Stankowski u.a.) zu. Alle Planungen müssten neu aufgenommen, ein gänzlich neues Konzept müsste erarbeitet werden. Über die entstehenden Mehrkosten schweigen die Autoren; diese wären immens.
Davon abgesehen spricht alles dafür, dass das Haus und Museum der jüdischen Kultur als eigenständige Einrichtung an dieser geschichtsträchtigen Stelle, dem Ort des jüdischen Wohnviertels von der spätantiken bis in die spätmittelalterliche Zeit errichtet wird. Es soll den Anteil jüdischer Bürgerinnen und Bürger am Leben dieser Stadt, nicht nur vor der Vertreibung, sondern auch nach der Rückkehr zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts dokumentieren. Das Haus und Museum der Jüdischen Kultur wäre ein klares Bekenntnis zur gemeinsamen Geschichte – ein politisches Signal, das nicht verwässert werden darf. Es kann ein Ort der Begegnung und des aktiven kulturellen Austauschs werden. Köln hat die einmalige Chance, jüdisches Leben als wichtigen Teil der Stadtgeschichte und der städtischen Gegenwart darzustellen und, wenn der Ort geschaffen ist, kulturelle Begegnung möglich zu machen.
Wir fordern den Rat der Stadt Köln auf, an seinem Beschluss festzuhalten – und die Stadtverwaltung, dafür zu sorgen, dass er möglichst rasch umgesetzt wird. Wir erwarten die umgehende Information der Öffentlichkeit durch die Stadt und den Landschaftsverband Rheinland über den Stand der konzeptionellen Überlegungen und Planungen sowie eindeutige zeitliche Perspektiven für deren Realisierung.

Quelle: http://museumsbaukoeln.de/

Mehr zum Projekt eines Jüdischen Museums und zur Museumskonzeption im Internetauftritt der Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der Jüdischen Kultur e.V.
http://www.juedischesmuseum-koeln.de/

Jetzt den offenen Brief unterschreiben bei: http://museumsbaukoeln.de/ihre-unterstuetzung/

Mehr dazu von der AL:
Dossier (PDF)

Medienspiegel (URLs):
http://www.museenkoeln.de/ns-dok/default.asp?s=506&tid=257&kontrast=&schrift=
http://www.juedischesmuseum-koeln.de/projekt.html
http://www.stadtrevue.de/index_archiv.php3?tid=1062&bid=2
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/808980/
http://www.baufachinformation.de/aufsatz.jsp?ul=2006089005258
http://www.ksta.de/html/fotolines/1213360852103/rahmen.shtml?1
http://www.lizaswelt.net/2008/07/kollektive-amnesie-in-kln.html
http://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=17689&voselect=2893

26.-28.7. Iranische Frauen-Konferenz an der Uni Köln

http://iwsf2013.org/english/images/logo.jpg

Vom 26.-28. Juli findet die Iranian Women’s Studies Foundation Conference an der Uni Köln statt – zur Beschreibung der Konferenz siehe weiter unten oder unter www.iwsf2013.org. Für die Konferenz sind 30-50 kostenlose Plätze für Student*Innen reserviert, meldet euch dafür bis zum 15.7.2013 an. Während der Vorträge gibt es auch eine Kinderbetreuung.

Auf diese Weise könnt ihr die Konferenz unterstützen:
Für die aus der ganzen Welt anreisenden Frauen werden noch private Schlafplätze gesucht; Meldet euch, wenn ihr für die Tage Platz, Interesse und Lust auf Besuch habt; ob ihr Bett/ Couch oder einen Platz auf dem Fußboden anbietet, die Frauen Schlafsäcke mitbringen sollen. Schreibt doch bitte auch in welchen Sprachen ihr euch verständigen könnt.
Für die Konferenz selber werden außerdem noch Helfer*innen gesucht.
Die E-Mail-Kontaktadresse ist: iwsf2013 (at) gmail (punkt) com

Ankündigungstext:

    Nicht über sie, nicht für sie, sondern das Reden Ihnen überlassen!

Ankündigung zur diesjährigern Internationalen iranischen Frauenforschungskonferenz (IWSF) vom 26-28.07.2013 in Köln

Wir freuen uns Sie zur 24. Iranian Women`s Studies Foundation Konferenz (IWSF) einladen zu können. Die Konferenz findet vom 26-28.07.2013 in der Aula der Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln, Gronewaldstraße 2, 50931 Köln statt. Titel der Konferenz ist

„Frau, ihr Körper und das Recht auf Selbstbestimmung“.

Die IWSF- Konferenz (www.iwsf.org) wurde 1990 u.a. von der Aktivistin Golnaz Amin in Cambridge, Massachusetts gegründet und findet seitdem jährlich als Weltfrauenkonferenz in verschiedenen Städten der Welt (2012 Cambridge-USA, 2010 Sorbonne- Frankreich, 2009 Hannover- BRD, 2008- Berkeley- USA, 2006 Montral- Canada) statt.

Auf den Konferenzen beschäftigen sich mehrere hundert Frauen aus der ganzen Welt mit der Rolle der iranischen Frau bzw. den Frauen im nahen und mittleren Osten.

Bereichert werden die Konferenzen auch immer um ein kulturelles Rahmenprogramm mit Musik, Theater und Kunstausstellungen.

Das Ziel der IWSF- Konferenz ist es dabei u.a. ein Forum des kommunikativen Austausches für Frauen zu sein und als weltweites Netzwerk für iranische Frauen zu dienen.

Wie bereits erwähnt findet die Konferenz in diesem Jahr vom 26.- 28.07.13 an der Universität zu Köln statt. Hier werden ca. 400 Frauen aus aller Welt erwartet. Sie beschäftigen sich drei Tag mit Themen wie der Verschleierung, Sexualität, der sexuellen Orientierung im Iran und anderswo, und auch dem Selbstverständnis der Frauen und ihrer Selbstbestimmung.

Nach dem sogenannten Arabischen Frühling ist das öffentliche Interesse an Information aus erster Hand sehr hoch. Hierbei liegt der Fokus häufig auf den fundamentlistisch- moslemischen Strömungen. Dies ist jedoch nur eine Strömung, die in den islamisch geprägten Ländern präsent ist. Die Konferenz in Köln bietet die ungewöhnliche und gute Gelegenheit mit Frauen aus vielen Ländern in den direkten Austausch zu treten und andere und vielfältige freiheitliche Strömunen kennen zu lernen, denn ein Schwerpunkt wird in diesem Jahr der Austausch mit Frauen aus islamisch geprägten Communities/Regionen sein.

Das Anliegen der Konferenz ist es auch, den Frauen eine Stimme zu geben und mit den Frauen zu sprechen und sie selbst sprechen zu lassen, nur so lassen sich- unserer Meinung nach- Vorurteile und Feindbilder abbauen.

Dies zu nutzten halten wir für sinnvoll, zumal wir uns dadurch eine Unterstützung den Aktivist_innen in Deutschland und in Ländern erhoffen, deren Kampf für ein menschenwürdige Lebens- und Rechtlagen noch nicht abgeschlossen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Die Vorbereitungsgruppe der IWSF- Konferenz

Köln, 20.06.13

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Ablauf:

Zu Beginn eines jeden Tags besteht die Möglichkeit, sich zwischen 8 Uhr und 09:30Uhr anzumelden. An beiden Abenden ist ein kulturelles Programm geplant, am dritten Abend ein Abschlussfest.

Am Freitag, 26.07.13 werden die Teilnehmerinnen ab 09:30 von der Vorbereitungsgruppe Köln und einer Vertreterin der Universität zu Köln begrüßt und die Künstlerinnen, die während der gesamten Konferenz ihre Arbeit zeigen, vorgestellt.

Der erste Tag steht unter dem Thema: Frau-Körper-Selbstbestimmung.

Es sollen folgende Themen erörtert werden:

Wie lässt sich der Begriff der Selbstbestimmung historisch, sozial und politisch definieren und einordnen?

Welche Ansätze haben unterschiedliche Strömungen, wie z. B. (Post-) Strukturalismus, (De-) Konstruktivismus, Feministische oder Kritische Theorie?

Welche Handlungsmöglichkeiten sehen diese für Frauen in der iranischen Gesellschaft?

Inwiefern ergänzen sich Verschleierung und Sexualisierung von Frauen?

Welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich im Spannungsfeld mit der Staatsgewalt?

Wie können sich Frauen selbstbestimmt für oder gegen Verschleierung entscheiden?

Wie wirkt sich ein Verbot von Verschleierung aus?

Welche rassistischen und anti-muslimischen Diskurse wirken in öffentlichen Räumen und Debatten in Bezug auf Verschleierung?

Wie wirken sich diese auf die weibliche Selbstbestimmung aus?

Es sind zwei Gastvorträge mit jeweils anschließender Diskussion und eine Podiumsdiskussion geplant.

Den ersten Vortrag, um 10:30 Uhr, hält Susanne Baer(Richterin am Bundesverfassungsgericht, Professorin an der HU Berlin, Schwerpunkt Geschlechterforschung).

Anschließend findet die Preisverleihung der Hamed- Shahidian-Stiftung statt (11:30Uhr)

Nach der Mittagspause (12 bis 14 Uhr) spricht Frau Amal Ramsis aus Ägypten über die Situation der Frauen nach dem „Arabischen Frühling“.

Um 15 Uhr ist die jährliche IWSF Ehrung der Frau des Jahres geplant.

Für die Podiumsdiskussion, ab 16:30 Uhr, bei der es um das Thema „Der Körper der Frau und die Verschleierung in islamischen Kulturen“ geht, sprechen folgende Rednerinnen:

Seyran Ates (Berliner Anwältin, Autorin), Sedigheh Vasmaghi (Islamische Theologin aus Schweden), Alice Schwarzer (Kölner Journalistin und Autorin), Chahla Chafiq (Schriftstellerin und Soziologin aus Frankreich)

Ciler Firtina (Journalistin aus Köln) wird die Diskussion moderieren.

Nach dem Abendessen beginnt dann ab 20 Uhr das Musik- und Tanzprogramm mit Krikela (Sologesang und Gitarre, Köln) Rajaa (Tanz aus der arabischen Welt, Köln) und Sima Khaleghi (Musik aus Aserbaidschan, Köln)

Am Samstag, 27.07.13 steht das Thema Frau – Körper – Sexualität im Mittelpunkt.

Folgende Fragen sollen erörtert werden:

Inwiefern wird der Körper und die Sexualität innerhalb der Sprache als Tabu behandelt?

Welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in Bezug auf Körper und Sexualität lassen sich in der persischen Sprache, in anderen Sprachen von muslimisch geprägten Ländern/Communities, in der deutschen und englischen Sprache feststellen?

Welche Normen und Moralvorstellungen in Bezug auf Jungfräulichkeit wirken oder wirken nicht auf Frauen in der heutigen iranischen Gesellschaft, bzw. in iranischen Communities?

Welche Konsequenzen hat dies im Leben der Frauen?

An diesem Tag soll es nach dem Grußwort der IWSF- Leiterin aus den USA nacheinander 4 kurze Redebeiträge mit anschließender Möglichkeit zur Klärung von Fragen und Diskussion geben.

Folgende Rednerinnen werden sprechen:

10:00 Uhr: Azad (Iran): Frauenkörper und Schamgefühl im religiösen und traditionellen Kontext

10:30 Uhr: Najmeh Mousavi (Frankreich):

Gender und das Recht auf Selbstbestimmung

11:00 Uhr: Soudeh Rad (Frankreich):

Körper der Frau als Achillesferse der iranischen Patriarchatsstrukruren

11:30 Uhr: Maryam (Iran): Der männliche und weibliche Blick auf Frauenkörper in Facebook

Anschließend, nach dem Mittagessenm, ist ab 14 Uhr eine Podiumsdiskussion mit den 4 Referentinnen geplant, bei der die Fragen aus dem Publikum ausführlich diskutiert werden sollen. Die Moderation übernimmt Elahe Amani aus den USA.

Um 17 Uhr werden verschiedene Kölner Frauenprojekte (Lila in Köln, Agisra, IDFV, AFLR, IWS) und Neuerscheinungen der Frauenliteratur vorgestellt.

Ab 20 Uhr beginnt dann wieder das Musik- und Tanzprogramm. An diesem Abend treten auf: Sevil (Aserbaidschanischer Tanz, Köln), Shahram Moghaddam (Sologesang und Gitarre, Wiesbaden), Bibiana Jimenz (Tanztheater, Köln), Sima Behmanes (Regie, Köln).

Außerdem aus Frankreich: Darya Dadvar (Gesang), Jasy Desmond (Piano), Leila Renault (Kontrabass), Susan Mccarthy (Flöte).

Der Sonntag, 28.07.13 steht unter dem Thema Homosexualität – Transjender-Transsexualität- Homophobie – Sexuelle Orientierung.

Es geht um folgende Fragestellung:

Welche Rolle spielen Geschlechtsumwandlungen bezüglich der repressiven iranischen Homosexualitätspolitik?

Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen?

Inwieweit wird dadurch die Norm der Zweigeschlechtlichkeit noch mehr zementiert?

Der Tag startet mit einem Musikbeitrag: Paria (Solomusik aus Köln)

Ab 09:45 Uhr findet eine Podiumsdiskussion zum Thema Geschlecht und sexuelle Identität statt. Es nehmen teil:

Elham Malekpour aus England, Sepehr Massakeni aus Berlin, Saideh Saadat-Lendle aus Berlin und Shadi Amin aus Frankfurt. Die Moderation übernimmt Raha Bahraini aus Kanada.

Nachmittags stellen Studentinnen verschiedener Universitäten ihre Arbeiten zum Thema der Tagung vor. Es sprechen ab 15 Uhr Zara aus dem Iran über das Leben der Single-Frauen und ihr Recht auf Selbstbestimmung, Khorshid Moslehi aus Köln über die Konstruktion geschlechtlicher Identität als Spiegel der Gesellschaft und Dorna Hatamlooy aus Bochum über die Auswertung der Internet-Umfrage über das Thema der Konferenz. Am späten Nachmittag, ab 16 Uhr, soll es ein Feedback der Konferenz-Teilnehmerinnen zur stattgefundenen Konferenz geben. Nach dem Abendessen beginnt dann ab 20 Uhr das Abschiedsfest.

ENGLISH

From 26th to 28th of july the Iranian Women’s Studies Foundation Conference will take place at University of Cologne (iwsf2013.org) There are 30 to 50 free seats for students, if you want one of them, register until 15th of july via email.

You can help the conference by providing sleeping places for the women who will come from all over the world, or by helping during the conference.

The contact email for all is iwsf2013@gmail.com

The Iranian Women’s Studies Foundation (IWSF) is a feminist non-profit organization with no affiliation to any political or religious group. It aims to provide a forum for the exchange of ideas on issues related to Iranian women, to disseminate information on Iranian women’s achievements, and to establish a network of communication amongst Iranian women the world over.
Iranian women activists in Cologne are hosting the 24th IWSF conference in Cologne, Germany. The meeting in 2013 will focus on Woman, Body, and Autonomy. The presentations will discuss and criticize the clichés, taboos, and laws that discriminate against women. The organizers want to raise awareness on the actual taboos and issues of the female body, which most Islamic governments try to hide under the hijab. Islamic governments separate women’s bodies from their social character and downgrading it to a non-social element without Autonomy.
Therefore, we would like to discuss women’s bodies, their social elements, and the necessity of Autonomy. Autonomy is an important and an essential need to women.

The following topics will be covered in the conference:
# Hijab
# Virginity
# Sexuality and sexual relationships
# Sexual orientation
# others

http://iwsf2013.org

http://iwsf2013.org/english/index_en.html

Offener Brief zur Auszeichnung “Bester Arbeitgeber” an das Seminar für allgemeine BWL und Personalwirtschaftslehre

Wir dokumentieren hiermit den offenen Brief von politischen Hochschulgruppen an der Uni Köln zur Auszeichnung “Bester Arbeitgeber” an das Seminar für allgemeine Betriebswirtschafts- (BWL) und Personalwirtschaftslehre (PWL) der Uni Köln vom Februar 2013:

Sehr geehrte Damen und Herren des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Personalwirtschaft,

in den letzten zwei Wochen gab es nach der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation “Ausgeliefert!” zahlreiche Medienberichte zum Geschäftsgebaren des Internetversandhauses Amazon. Berichte sprechen davon, dass (vor allem nichtdeutsche) Leiharbeiter_innen unter katastrophalen Arbeitsbedingungen für Amazon gearbeitet haben. Etwa 5000 Leiharbeiter_innen wurden für das Weihnachtsgeschäft eingestellt und wenige Wochen später wieder entlassen. Manche haben erst am Ende eines Arbeitstages erfahren, dass sie am nächsten Tag ihre Wohnung verlassen müssen und nicht mehr beschäftigt werden würden. Innerhalb von 24 Stunden sollten sie ihre Sachen packen und würden dann weggeschafft. Dabei wurde mit H.E.S.S. eine Sicherheitsfirma mit rechtsradikalem Hintergrund beschäftigt. Diese war beauftragt, die Mitarbeiter_innen zu überwachen. Dies ging von Kontrollen in den Unterbringungen, und damit einem Eindringen in die Privatsphäre, über Verhaltenskontrollen bis hin zu offener Schikanierung.

Außerdem soll die Zeitarbeitsfirma Trenkwalder in den Skandal verwickelt sein. Sie habe Amazon im Weihnachtsgeschäft 1000 Leiharbeiter_innen vermittelt. Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit seien dabei zahlreicheVerstöße gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und die aus Arbeitnehmer_innensicht ohnehin niedrigen Standards festgestellt worden. Beiden Firmen wurde wenige Tage nach der Ausstrahlung der Dokumentation von Amazon gekündigt.

Tagesschau.de machte am 21.02. publik, dass die Firma Trenkwalder im Wettbewerb “Deutschlands beste Arbeitgeber” einen Preis gewonnen habe. Laut Angaben auf der Homepage www.greatplacetowork.de wurde der 2011
vergebene Preis in der Kategorie “Qualität der Arbeitsplatzkultur” zwar mittlerweile bis zur Klärung der Umstände rund um Amazon ausgesetzt, uns machte es trotzdem stutzig, dass die Uni Köln in die Preisvergabe verwickelt sei. Weitere Recherchen führten uns dann zu Ihrem Seminar, dem Seminar für ABWL und Personalwirtschaftslehre.

Als Studierende der Universität interessiert uns nun, welche Rolle das Seminar für ABWL und Personalwirtschaftslehre bei der Vergabe des Preises gespielt hat. Die Tatsache, dass eine Institution wie die Uni Köln in eine solche
Preisvergabe involviert ist, setzt, unabhängig vom gewählten Auswahlverfahren und dem Verwicklungsgrad, ein Zeichen, dass es eine seriöse Auszeichnung sei. Die Uni steht mit Ihrem Namen dafür ein, dass Trenkwalder ein guter Arbeitgeber sei.

Die Vergabe des Preises überrascht uns jedoch, da zu den offiziellen Kategorien des Wettbewerbs die Kategorien “Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist” gehören. Nicht erst seit dem Amazon-Skandal steht jedoch fest, dass genau diese Werte durch Zeitarbeit torpediert werden. Ein wichtiges Ziel ist es ja, durch Zeitarbeit gute Arbeitsbedingungen zu verhindern, um Löhne und Sozialabgaben zu drücken und um flexibel Arbeiter_innen einstellen und entlassen zu können. So soll die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Gute Arbeitsbedingungen kommen in dieser Rechnung nicht vor.

Ein Zeitarbeitsunternehmen als guten Arbeitgeber zu bezeichnen, konterkariert die Idee, dass hinter so einem Wettbewerb stehen könnte, wirklich gute Arbeitgeber auszuzeichnen. Selbst wenn die eigentliche Zeitarbeit gar nicht bewertet wird

Da uns bisher nicht deutlich wird, wie das Seminar in den Skandal verwickelt ist, bitten wir Sie, mit diesem offenen Brief öffentlich Stellung zu nehmen und klar zu stellen, welche Bedingungen aus Ihrer Sicht gegeben sein müssen um
von guter Arbeit und von guten Arbeitgeber_innen zu reden.

Dies ist für uns auch bedeutungsvoll, da in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Universität zu Köln und demMinisterium für Innovation, Wissenschaft und Forschung in § 10 vereinbart wurde, dass ein Kodex “Gute Arbeit an Hochschulen“ entwickelt werden soll. Dies ist aus unserer Sicht unvereinbar mit der möglichen Stärkung schlechter Arbeitsbedingungen außerhalb der Hochschule.

Über eine zeitnahe Reaktion würden wir uns sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Hochschulgruppen

campus:grün, Alternative Liste (AL), dielinke.sds, Piraten Hochschulgruppe

+++

Nachtrag: Eine öffentliche Reaktion aus dem Seminar an der UK dazu gab es bisher nicht. Wohl aber dafür Interviewanfragen von öffentlichen Medien, der Presse an die Hochschulgruppen (HSG) aus Köln und anderswo.

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Am 9. April 2013 kam dann eine Erklärung vom Seminar die darum hiermit dokumentiert wird:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
[…]
· Wir haben mit der Preisvergabe nichts zu tun und hatten dies auch nie.
· Weder der Lehrstuhl noch irgendein Mitarbeiter hat je Geld von Great-Place-To-Work bekommen.
· Hintergrund: Wir haben vor einigen Jahren einmal Daten für ein Forschungsprojekt bekommen aus einer großzahligen Beschäftigtenbefragung, die vom Arbeitsministerium finanziert worden ist und von GPTW durchgeführt wurde. Daraufhin haben wir einige wenige Fragen für weitere Befragungen von GPTW vorgeschlagen, die uns in der Forschung interessieren. Great-Place-To-Work hat uns daraufhin als Forschungspartner auf ihrer Webseite genannt. Es scheint daraus der Eindruck entstanden zu sein, dass wir an der Preisvergabe beteiligt sind. Dies ist nicht der Fall.
Mit freundlichen Grüßen
[…]
Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Personalwirtschaftslehre
Universität zu Köln
Herbert-Lewin-Str. 2
D-50931 Köln“

14.11.2012 SoliDemo in Köln – gegen Spardiktate und Lohnkürzungen


#14N Soli-Demo in Köln: Der Krise gemeinsam begegnen!
http://www.no-racism.de/wp-content/uploads/2012/11/Flyer-Front-Bild.jpg

Mehr zu #14N: http://www.no-racism.de/14n-soli-demo-in-koeln-der-krise-gemeinsam-begegnen/#more-3163

Vgl.:
http://www.paeris.net/demoaufruf-1411/
http://umsganze.org/ein-guter-abschluss-fuer-2012-ein-grund-zur-freude-in-duesterer-zeit/
http://krise.blogsport.de/
http://oekologische-linke.de/dl/dl.pdfa?download=Krisenbuendnis_20121004_M31-Nachbereitung.pdf
http://nao-prozess.de/

Kritik des Geldes und der Geldkritik

Kritik des Geldes und der Geldkritik

10. November 2012, Raum 9, HumF, Uni Köln

Tagesseminar der Projektgruppe Kritik der Politischen Ökonomie Köln zur
„Kritik des Geldes und der Geldkritik“ (Ankündigung, PDF)

Workshop von 11Uhr bis 17:30Uhr

Anmeldung, Kontakt: kdpoe (at) gmx (dot) net

10.11.12: Kritik des Geldes und Geldkritik

Kritisches Seminar, Vortrag und Diskussion

Kritik des Geldes und Geldkritik

Geld regiere die Welt trichtert uns der so genannte Volksmund von klein auf ein und erklärt auf diese Weise die unterschiedlichsten Missstände an allen Ecken und Enden unserer Welt hinfort.
Meint dieser Spruch möglicherweise das Gleiche, wie der Satz aus dem Kommunistischen Manifest: »Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat … kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose ›bare Zahlung‹«?
Oder lässt die Fixierung auf den Fetisch Geld den genaueren Blick auf die konkreten Verhältnisse dahinter überflüssig scheinen? Und stimmt diese Behauptung über das »Regieren« so überhaupt?
Und angenommen, dem wäre so, bliebe immer noch die Frage nach dem warum zu klären.

Um sich der Beantwortung dieser Fragen anzunähern, soll zuerst ein Überblick gegeben werden, welche höchst unterschiedlichen Formen und Funktionen Geld in den bisherigen Phasen der Menschheitsgeschichte bereits innegehabt hat.
Und darüber hinaus, in welchem Zusammenhang diese Formen und Funktionen wiederum mit den jeweiligen Produktionsverhältnissen standen und stehen.
Wurde Geld in früheren Epochen als Mittel der Schatzbildung oder als Zahlungs-/Austauschmittel benutzt – dann meist in Form von Metallen oder Nahrungsmitteln als Naturalformen – hat es nach Marx mit der Entstehung des Kapitalismus und der »Klassenherrschaft der Bourgeoisie« (s. o.) eine gänzlich neue, zusätzliche Funktion erhalten:
Als sich (scheinbar) selbst vermehrender Wert, als Geld heckendes Geld, als Kapital, als automatisches Subjekt. Der Wert wird »das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.« (MEW 23, S. 168f.)

Eine genauere Betrachtung des Geldfetischs möchten wir in unserem Tagesseminar am 10. November 2012 anstellen und sie gleichzeitig als Ausgangspunkt nehmen zur Auseinandersetzung mit der Rolle der Banken und des Bankenkapitals (nicht nur) innerhalb der aktuellen Finanzkrise.

Für die Kritik der Politischen Ökonomie gehören allerdings Warenproduktion, Zirkulation und Finanzkapital zu einem unauflöslichen Zusammenhang von Ausbeutung.

Reduziert man die kapitalistische Produktionsweise auf die »Herrschaft des Geldes«, dann sind Schuldzuweisungen gegenüber den Banken und Personalisierungen (wie »die Ackermänner«) die unvermeidliche politisch reaktionäre Folge, z. B. bei Occupy Germany:
»Das korrupte amerikanische Finanzsystem ist ein Krebsgeschwür, das die gesamte westliche Welt befällt. Die Politik schaut tatenlos zu, wie ganze Staaten von kriminellen Spekulanten regelrecht hingerichtet werden.«

Wie wenig sinnvoll derartige Reaktionen auf die konkrete Misere namens Realität im Endeffekt sind und wie wenig sie mit den tatsächlich ablaufenden Mechanismen der Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht zu tun haben, diesen Themen möchten wir dann im zweiten Teil des Seminars nachgehen und die fetischisierte Betrachtung des Geldfetisch – in seinen verschiedenen regressiven, antisemitischen oder reformistischen Erscheinungsformen (David Graeber: »Ob das Geld jemals ganz verschwinden wird, wer kann das sagen? … Es ist schwer, sich eine komplexe Weltgesellschaft vorzustellen, in der bestimmte unterschiedliche Werte oder Arbeitsleistungen nicht über Geld miteinander vermittelt werden.«) kritisch dekonstruieren.

Samstag, 10. November 2012
11.00 bis 17.00 Uhr
im Raum 9, HumF Uni Köln
Gronewaldstr. 2, 50931 Köln

Bitte anmelden unter E-Mail-Adresse: kdpoe [at] gmx [punkt] net

Seminar im Rahmen der Einführung in die Kritik der Politischen Ökonomie II an der Uni Köln

Siehe: http://alunikoeln.blogsport.de/images/EinladungMarxismusseminar1220121110.pdf

Vgl.:
http://alunikoeln.blogsport.de/2012/08/24/einfuehrung-in-die-kritik-der-…
http://alunikoeln.blogsport.de/images/AL_Einfhrung_i_d_K_d_P__II.pdf
https://linksunten.indymedia.org/en/node/65880
https://linksunten.indymedia.org/de/node/66988




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