Archiv der Kategorie 'Antikapitalismus'

Vortrag mit Karl Rössel: Nazi-Kollaborateure im ‚arabischen Raum‘

im Laufe des Zweiten Weltkriegs kam es auch im Nahen und Mittleren Osten zu Kollaborationen mit den Nazis, den italienischen Faschisten und dem japanischen Kaiserreich. Zu den Kollaborierenden zählten teilweise auch antikoloniale Bewegungen. Sie rekrutierten Freiwillige für die Wehrmacht oder SS, kämpften an der Seite der faschistischen Achsenmächte und beteiligten sich an der Shoa.

Am Dienstag, den 16. Juni 2015 haben wir dazu Karl Rössel zu Gast – Autor des iz3w-Schwerpunktes „Nazikollaborateure in der Dritten Welt“ sowie Mitherausgeber des Buches „Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ (2005), Mitbegründer des Rheinischen JournalistInnenbüros.

Wir freuen uns euch zu sehen:

Dienstag, 16. Juni 2015, 19Uhr, Hörsaal II, Hauptgebäude der Uni Köln (Gebäude Nr 100), Albertusmagnusplatz

Film „Nacht und Nebel“ am 08. Mai, anlässlich des Tags der Befreiung

Überlebende Häftlinge des KZs Dachau feiern die Befreiung - Überlebende Häftlinge des KZs Dachau feiern die Befreiung -

Diesen Freitag, am 08. Mai, jährt sich die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht zum 70. Mal.

Aus diesem Anlass laden wir Euch ein, mit uns zusammen den Film „Nacht und Nebel“ anzuschauen. Diese halbstündige Dokumentation über das Geschehen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern von Alain Resnais verbindet eindringliche Bilder, die Musik Hanns Eislers und den Text der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan zum ersten filmischen Werk zum Thema, das auch von breiteren Teilen der deutschen Bevölkerung gesehen wurde und sie so mit den Bildern der Verbrechen konfrontierte.

Im Anschluss wird die Möglichkeit bestehen, sich sowohl über den Film als auch über den erinnerungskulturellen Umgang mit diesem Jahrestag auszutauschen.

Wir treffen uns am Freitag, 08.05. um 18 Uhr im Café Chaos im Untergeschoss der Humanwissenschaftlichen Fakultät (Gebäude 216), Gronewaldstr. 2.

Bis dann,
eure ALiens

PS: In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf einige andere Veranstaltungen hinweisen:

- Da wären zunächst die Proteste gegen die „Pro NRW“-Hetzkundgebung am 08.05. in Düsseldorf (Treffpunkt für AntifaschistInnen: 11:00 Uhr, Düsseldorf-Kaiserswerth (U-Bahn Linie 79, Haltestelle Klemensplatz; nähere Infos unter https://www.facebook.com/events/842155689188610/).

- Der StAVV hat eine Stadtteilführung zu jüdischem Leben in Ehrenfeld organisiert. Am Montag, 11.05.2015, um 14 Uhr sowie um 16 Uhr; Anmeldung unter StAVV@gmx.de, Treffpunkt für die Führung: Jüdisches Wohlfahrtzentrum, Köln Ehrenfeld, Ottostraße 85 (Eingang Nussbaumerstraße).

- Im neuen AZ auf der Luxemburgerstraße findet am Dienstag, 5. Mai, um 19.30 Uhr eine von der der Antifaschistischen Koordination Köln und Umland (AKKU) organisierte Veranstaltung mit dem Titel „Der 8. Mai in der deutschen Erinnerungskultur: Zwischen antifaschistischem Gedenken, Staatsraison und extrem rechter Vereinnahmung“ mit dem Historiker Michael Sturm statt.

- Die Antifaschistische Initiative (ai [koeln]) lädt zusammen mit Aesthetik&Zerstoerung unter dem Motto „Game Over Krauts!“ zur Party anlässlich des Jahrestages der Kapitulation, am 08. Mai ab 20 Uhr in der LC36 (http://aikoeln.blogsport.eu/2015/04/29/8-mai-1945-kapitulation-deutschlands-game-over-krauts/).

- Das EL-DE-Haus bietet verschiedene Veranstaltungen an; unter anderem am Donnerstag, 7. Mai 2015, um 19.30 Uhr: „Das Kriegsende aus europäischer Perspektive“, Öffentlicher Vortrag von Richard Overy im Rahmen der Tagung „Opa war in Ordnung“

- Das AStA-Kino hatte anlässlich des Jahrestages drei Filme im Programm, von denen wegen technischer Probleme mit dem 35mm-Projektor leider zwei auf das kommende Semester verlegt wurden; der dritte Film mit dem Titel „Ich war neunzehn“ wird am 21.05. um 19:30 in Hörsaal A1 im Hörsaalgebäude gezeigt.

- Der AK Zivilklausel hat anlässlich des 70. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht eine Wanderausstellung organisiert, die in verschiedenen Gebäuden der Uni zu sehen sein wird, sowie eine Veranstaltung zum Thema „Der Antifaschistische Widerstand und die Befreiung 1945: Aktuelle Bedeutung, Lehren und Konsequenzen“ mit Ulrich Schneider, Historiker und Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (http://www.zivilklausel.uni-koeln.de/Flyer-Tolkatchev.pdf).

- Am 08.05. findet um 16 Uhr am Mahnmal Hansaring eine Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ anlässlich des Jahrestages statt. Am 09. Mai, 14 Uhr am Hans-Böckler-Platz und 15:30 Uhr auf der Domplatte findet eine Demonstration und Kundgebung unter dem Motto „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!“ statt, zu der ein Bündnis von Attac Köln – Arbeitskreis Geopolitik und Frieden, Arbeitskreis Zivilklausel Köln, DFG-VK Köln, DIDF Köln, DKP Köln, Kölner Friedensforum, SDS Köln, VVN-BdA Köln und anderen aufruft.

Hinweise zu diesen und weiteren Veranstaltungen zum Thema findet ihr auch bei der Stadtrevue:
http://www.stadtrevue.de/archiv/archivartikel/7103-8-mai-ruhe-an-der-erinnerungsfront/

Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz in Dortmund

Seit Zehn Jahren findet in Dortmund die sogenannte „Schmuddel-Demo“ statt, in Gedenken an den 2005 von einem Dortmunder Nazi ermordeten Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz. Die Dortmunder Naziszene sorgt in der Stadt durch ihre Größe und regionale Etablierung (der Stadtteil Dorstfeld gilt als Nazi-Homezone und mit der Partei „Die Rechte“ sitzt eine Nazi-Partei sogar im Dortmunder Stadtrat) für ein permanentes Bedrohungsszenario für Menschen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen oder von ihnen als politische Gegner*innen ausgemacht werden. Zu allem Überfluss wurde in diesem Jahr eine Nazidemo samt Konzert zeitgleich zur antifaschistischen Gedenkdemo angemeldet.

Für die Antifaschistische Demonstration wird es in Köln (mehr…)

Diskussion zu den Protesten gegen die EZB-Eröffnung

Wir laden ein zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Proteste gegen die EZB-Eröffnung“.

Am 18. März 2015 wird in Frankfurt das neue Gebäude der (mehr…)

Initiative Burschenschaftliche Zukunft – Neue Ausrichtungen von Burschis?

„Namen mit Narben verkaufen sich schwerer.“ – Marie Curry (1)

Vom 6. bis 8. März soll im Zuge eines bundesweiten Treffens verschiedener Burschenschaften in Gießen, die Gründung eines neuen burschenschaftlichen Dachverbandes namens „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“ (IBZ) vorbereitet werden. In einer Mitteilung einer lokalen Antifagruppe heißt es über Sinn und Zweck dieser Neugründung: „Dieser Dachverband soll eine Alternative bieten für Burschenschaften, die aus der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) ausgetreten sind und in der „Neuen Deutschen Burschenschaft“ (NDB) keinen adäquaten Ersatz sehen.“ (2)

Beteiligt ist an der Gründung der IBZ auch die Burschenschaft Alemannia aus Köln, die sich noch immer dem Wahlspruch „Ehre – Freiheit – Vaterland“ verpflichtet sieht, ebenso wie die Verbände DB und IBZ. Letzterer Verband hält zu den drei Begriffen des Wahlspruches in seiner Grundsatzerklärung vom 3. März 2012 mit positivem Bezug auf die DB fest, ihre Mitglieder bekannten sich zu diesem „als unteilbar gleichberechtigtem Dreiklang“ von Ehre, Freiheit und Vaterland. (3)

Die DB als größter Dachverband deutscher Burschenschaften hat seit einiger Zeit mit einem massiven Imageproblem zu kämpfen. Der Ruf der DB wurde nicht zuletzt nachhaltig geschädigt, indem die Burschenschaft „Raczeks“ aus Bonn versuchte, einen als „Ariernachweis“ bundesweit bekannt gewordenen Paragraphen d.h. eine Abstammungsprüfung der Mitglieder in die Satzung der DB aufnehmen zu lassen. Sammelten sich aus der DB ausgetretene Burschenschaften lange im alternativ bestehenden Dachverband NDB, so ist dieser den Burschenschaften der IBZ offensichtlich nicht konsequent genug in der Auslegung der Ziele und Ideale einer männerbündischen, burschenschaftlichen Gemeinschaft. (4)

Die Burschenschaft „Germania“ aus Köln, welche weiterhin in der DB organisiert ist, verpflichtet sich dem Motto „Halt faß am Rich!“ (übersetzt: „Halte fest am Reich!“). Mit Blick auf die Farben der Burschenschaft (Schwarz, Weiß, Rot) wird deutlicher, dass dieses Motto Bezüge zum Deutschen Reich und damit auf einen Zeitraum von 1871 bis 1945 herstellt. Die „Germania“ hat folglich keinerlei Schwierigkeiten sich auf Monarchie, rassistische Deutschtümelei und in letzter Konsequenz auf die Shoa positiv zu beziehen. Die Burschenschafter, sowohl der DB als auch der IBZ betrachten das Deutsche Reich bis heute als ihr Vaterland: „Die Mitglieder der Initiative Burschenschaftliche Zukunft bekennen sich zum volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff und damit zum deutschen Vaterland als der geistig-kulturellen Heimat des deutschen Volkes.“ (5)

Die Gründung der IBZ, das wird schon zu Beginn deutlich sichtbar, ist der Versuch, sich des Images eines Nazi-Dachverbandes zu entledigen. Beibehalten wird hierbei jedoch das reaktionäre Gedankengut, das auch in der DB gepflegt wird und welches unter anderem eben auch einen Arierparagraphen hervorbringt. Dem Versuch, nach außen die Narben rassistischer Programmatik zu retuschieren, gilt es entschlossen entgegenzuwirken.

No future for the german fraternity!

-----
(1) Neonschwarz: 2014, URL: https://www.youtube.com/watch?v=23ThdwtZlbM (zuletzt abgerufen am 05.03.2015).
(2) Antifa R4: Alternative für Burschenschaften, URL: http://antifa-r4.blogspot.de/2015/02/alternative-fur-burschenschaften.html (zuletzt abgerufen am 03.03.2015).
(3) „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“: „Gründungsurkunde“, URL: http://stuttgarter-initiative.de/wp-content/uploads/2012/03/2012-03-03-IBZ-Gr%C3%BCndungsurkunde-scan.pdf (zuletzt abgerufen am 03.03.2015).
(4) Noch immer eint alle drei Dachverbände – DB, NDB und IBZ – der organisatorische Ausschluss von Frauen*.
(5) „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“: „Gründungsurkunde“. Vgl. Fußnote 3

11.10. Bundesweite Demonstration gegen IS und für Kobanê in Düsseldorf

Linke kölner Gruppen wie der Antifa AK – radikale Linke – Köln rufen mit zur bundesweiten Demo gegen IS und für ein freies Kobane in Düsseldorf am 11.10.2014 auf.

Hier der Aufruftext*:

Seit einigen Tagen befindet sich der „Islamische Staat“ in Kobanê –
jener Stadt, die zum Symbol der [revolutionären] kurdischen Selbstverwaltung geworden
ist. Es toben heftige Kämpfe, doch die kurdischen Verteidigungsgruppen
der YPG/YPJ haben noch nicht aufgegeben.
Nachdem die ganze Woche über in ganz Deutschland und Europa Demonstrationen bzw. Aktionen in Solidarität mit Kobanê und gegen den IS stattfanden, ruft ein Bündnis aus u.a
kurdischen, yesidischen und alevitischen Gruppen zur zentralen Großdemonstration
in Düsseldorf auf.

Gemeinsam mit anderen Gruppen haben wir auch einen Aufruf geschrieben
und mobilisieren nach Düsseldorf.

Zugtreffpunkt aus Köln ist um 9 Uhr vor dem Hauptbahnhof.

Wir sehen uns in Düsseldorf!

http://antifa-ak.org/gegen-is-und-fuer-kobane/

https://www.facebook.com/events/651184328329622/

* * * * * *

AUFRUF:

Biji Berxwedana Kobanê!
Es lebe der Widerstand in Kobanê!

Demokratische Selbstverwaltung statt IS-Dschihadismus!

Die Todesbanden der selbsternannten “Gotteskrieger*innen” des (mehr…)

Die „LinkeSDS“ Hochschulgruppe lässt Hamas-Unterstützer an Uni Koeln reden

Am 10.10.2014, 19Uhr, im Hörsaal A2, Hörsaalgebäude am Albertus-Magnus-Platz veranstaltet die linksparteinahe Hochschulgruppe SDS.Köln zusammen mit weiteren Kooperationspartnern eine Veranstaltung zum Thema „Was geschah eigentlich im Gazastreifen?“ mit Martin Lejeune als Referenten.

Martin Lejeune, der sich selbst als Kriegsberichterstatter und Journalist bezeichnet, ist aufgrund seiner „Berichterstattung“ in vielerlei Hinsicht eine äußerst kritisch zu sehende Person.

So bezeichnete Lejeune beispielsweise die islamistische Terrororganisation Hamas und den Islamischen Jihad als „ganz normale islamische Widerstandsbewegungen“[1]. Ein genauerer Blick auf diese Organisationen zeigt, dass diese nicht nur die völlige Zerstörung Israels zum Ziel haben, sondern die Hamas die Vernichtung aller Juden und Jüdinnen weltweit anstrebt [2]. Dieses Ziel, 1988 in der Charta der Hamas formuliert, hat auch heute noch Gültigkeit und wurde seitens der Hamas nicht revidiert.

Lejeune relativiert den massiven Beschuss der Hamas auf Zivilisten in Israel mit dem Hinweis auf unterschiedliche Einschätzung hinsichtlich der Legitimität dessen und belobhudelt sogar noch deren Terror als „herausragende[…] Leistungen der mutigen Kämpfer der Brigaden des Al-Qassam“[3]. In diesem Sinne betitelt Lejeune auch den hochrangigen Funktionär sowie Mitbegründer der Hamas und Top-Terroristen Salah Shehade, der 2002 von israelischen Militärs getötet wurde, als „eine respektable Persönlichkeit, einen sozial engagierten Menschen und einen mutigen palästinensischen Anführer“[3].

Martin Lejeune, ein Mensch, der Hamas-Propaganda verbreitet und dessen demokratische Überzeugung äußerst zweifelhaft erscheint, ein Podium an der Uni Köln zu geben, ist bedenklich.

Diese Position teilt auch das Bündnis gegen Antisemitismus Köln: http://bga-koeln.tumblr.com/post/99428732762/gegen-hamas-propaganda-an-der-uni-koln-und-uberall

…und gilt es den Veranstalter*innen, dem Referenten und den Besucher*innen zu zeigen.

[1] Vgl. bspw. http://www.joiz.de/show/jung-und-naiv/was-ist-los-in-gaza-jung-naiv-in-israel#!video=terror-oder-widerstand-1-jung-naiv-25082014.

[2] Auszug aus der Charta: ´Die Stunde (der Auferstehung) wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen. Die Muslime werden sie töten, bis sich der Jude hinter Stein und Baum verbirgt, und Stein und Baum dann sagen: ‚Muslim, Oh Diener Gottes! Da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn´. Quelle: Armin Pfahl-Traughber (2011): Antisemitismus und Antizionismus in der Charta der Hamas. (http://www.bpb.de/politik/extremismus/islamismus/36358/antisemitismus-in-der-charta-der-hamas?p=all).

[3] Vgl. http://martin-lejeune.tumblr.com/post/95291779046/bericht-aus-gaza-zu-den-massakern-von-heute-nacht.

Bündnis gegen Antisemitismus Köln (BgA K.)

Wir machen hiermit, aufgrund des grassierenden völkischen Wahns, auf das Bündnis gegen Antisemitismus Köln aufmerksam und begrüßen die Protestaktionen des Bündnisses.

Link zur Website und mehr Infos siehe: http://bga-koeln.tumblr.com/

+++


Gegen jeden Antisemitismus!

Aufruf zur Kundgebung am 17. August 2014

16:00 Uhr, Hauptbahnhofs-Vorplatz Köln

Seit Beginn der israelischen Militäroperation „Protective Edge“ (Schutzlinie) drückt sich der Antisemitismus in Deutschland so unverhohlen in der Öffentlichkeit aus wie seit langem nicht mehr. Jüdinnen und Juden werden auf Demonstrationen beschimpft und „ins Gas“ gewünscht, werden bedroht und tätlich angegriffen; in Wuppertal verüben AntisemitInnen einen Brandanschlag auf die Synagoge. Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, warnt bereits davor, in Deutschland als Jüdin/Jude erkennbar zu sein. Auch in anderen europäischen Ländern wird der Hass aggressiv ausgelebt: In Frankreich werden Synagogen und Gemeindezentren belagert und angegriffen, jüdische Geschäfte werden verwüstet. In Italien werden Hakenkreuze im jüdischen Viertel gesprüht. In Großbritannien wurden seit Beginn der Operation „Protective Edge“ über einhundert antisemitische Vorfälle gezählt.

Öffentliches Forum des Judenhasses sind zunehmend sogenannte „Friedensdemonstrationen“, bei denen tausende Menschen vorgeblich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für Gaza auf die Straße gehen. Dass die TeilnehmerInnen dieser Aufmärsche nur ein nachrangiges Interesse an Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit haben, kann leicht erkennen, wer es erkennen möchte. Wer die andauernden Raketenangriffe der Hamas auf Israel verschweigt; wer verschweigt, dass Israel bemüht ist, sowohl die eigene als auch die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen, während die Hamas Raketen auf ZivilistInnen schießt und die Menschen in Gaza als menschliche Schutzschilde missbraucht; wer den alltäglichen Terror der Hamas gegen die Bevölkerung in Gaza verschweigt; wer verschweigt, dass erklärtes Ziel der Hamas die Vernichtung Israels und die Ermordung aller Jüdinnen und Juden ist; wer verschweigt, dass die Hamas kein Interesse an Frieden, sondern an möglichst vielen toten ZivilistInnen in Gaza hat; wer all dies nicht erwähnenswert findet und zugleich „Kindermörder Israel“ oder „Juden ins Gas“ ruft, hat weder Interesse an Frieden noch am Wohlergehen der Menschen in Gaza, sondern die treibt der Hass auf Israel und Jüdinnen und Juden auf die Straße.

Der von „IsraelkritikerInnen“ gern behauptete Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus, also der Unterschied zwischen Judenhass und Ablehnung des jüdischen Staates, ist lediglich ein oberflächlicher. Mit dem Ende des Nationalsozialismus war offener Judenhass tabuisiert. Er fand nun sein populäres Ventil in der vermeintlich unverdächtigen „Israelkritik“, die das alte Klischee vom rachsüchtigen Juden aktualisiert im ständig wiederholten Bild des rachsüchtigen Israel. Es ist diese fortschrittlich und aufgeklärt daherkommende „Israelkritik“, die regelmäßig nach Frieden, Mäßigung und Waffenstillstand ruft, wenn sich der jüdische Staat gegen seine Feinde verteidigt, aber schweigt, wenn Israel angegriffen wird.

Dass der Antisemitismus nun wieder so gänzlich unverhohlen zu Tage tritt – ob als muslimischer oder linker Judenhass auf der Straße oder feingeistig im Feuilleton – ist denjenigen unangenehm, die bis dato mit der Selbstgewissheit moralischer Überlegenheit Israel kritisierten, wie sie sonst keinen Staat auf der Welt kritisieren, und die sich zugleich jedes Antisemitismus‘ unverdächtig wähnen. So kommt es, dass nun die gleichen Zeitungen, Online-Medien und Talkshow-Heinis, die seit Jahren durch ihre einseitige Berichterstattung an der Delegitimierung des jüdischen Staates mitwirken, wohlfeil ein „Engagement gegen Antisemitismus“ fordern. Ziel dieser Appelle ist dann auch meist nicht die mal mehr, mal weniger offene Judenfeindschaft der deutschen „Mehrheitsgesellschaft“ (selbst der Expertenbericht des Bundestages schätzt jedeN fünfteN DeutscheN als antisemitisch ein, und der schätzt vorsichtig). Stattdessen gilt Antisemitismus plötzlich primär als Problem von MigrantInnen – und die Rufe nach Abschiebung lassen nicht lange auf sich warten.

Der Antisemitismus mündete ins größte Verbrechen der Moderne – in die Shoa, die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden durch das faschistische Deutschland. Aus der Forderung, „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“, folgt die Notwendigkeit, den Antisemitismus und seine Grundlagen konsequent zu bekämpfen. Daher:

Kampf jedem Antisemitismus!

Solidarität mit Israel!

Gegen Islamismus, Rassismus und Faschismus sowie Neonazismus!

Bündnis gegen Antisemitismus, Köln
bga-koeln.tumblr.com
(URL, Link)

https://www.facebook.com/events/252248054973741/“ (Link zum fb-event)

Unterstützt das Bündnis – gegen jeden Antisemitismus.

Über uns

Selbstdarstellung der AL

Hiermit stellen wir Euch eine aktuelle Kurzinfo zu uns vor:

Alternative Liste – AL
Uni Köln

»Es gibt kein Recht zu gehorchen«
(frei nach Hannah Arendt)

Wir sind eine Hochschulgruppe in der sich unabhängige und undogmatische Linke treffen und wir wollen u.a. eine Uni wie eine Gesellschaft, in der sich Menschen frei und gleichberechtigt entfalten können. Z.B. durch selbst bestimmte, interdisziplinäre Bildung statt Anwesenheitspflicht, Modulhäppchen und Zwangszuteilungen a la KLIPS.

Wir fordern eine grundlegende Demokratisierung der Hochschule und des Bildungswesens – d.h.: Paritätische Vertretung in allen Gremien und Vetorecht der Studierendenschaft bei allen sie betreffenden Belangen.

Wir wollen den freien Zugang für alle zu Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen – kostenlose Bildung für Alle. Statt Aussonderung und Leistungsdruck in der Klassenschule – die freie Entfaltung in der »Einen Schule für Alle«.

Frauen erhalten in der BRD durchschnittlich 23 Prozent weniger Lohn. In der Hochschule sitzen an den Schaltstellen überwiegend Männer. Die Lebensrealität von Frauen und sexualisierte Gewalt werden ignoriert.
Menschen werden auf längst überholte, konservative und wissenschaftlich widerlegte Geschlechterstereotype reduziert sowie festgelegt.
Schluß damit!
Diese antiemanzipatorischen Schranken müssen endlich abgeschafft werden.

Wir stehen für das Recht auf selbst gewählte Lebensweisen und gegen die so genannte deutsche Leitkultur und fordern gleiche Rechte für Alle.

Die Zerstörung der Natur, wie des Klimas und der natürlichen Lebensgrundlagen durch die kapitalistischen Destruktivkräfte geht weiter – trotz des weit verbreiteten »Greenwashings«. Schwarz-grün-rote Reformismen entlarven wir und fordern: AKWs abschalten sofort und nicht erst vielleicht nach 2020 oder später! Wir setzen uns für eine regenerative dezentrale Energieversorgung u.a. auch an der Uni ein.

Wir fordern eine menschlich orientierte und umfassende materielle Existenzsicherung und kostenlose Gesundheitsversorgung für Alle.

Die Unterdrückungsorgane wie die Polizei, das Militär und Sicherheitsdienste brauchen wir an der Uni nicht. Wir sind gegen Repression und Überwachung und fordern umfassend Abrüstung und dagegen die Entwicklung von Alternativen, gegen das Strafsystem. Bundeswehr – Wegtreten!

Wir bekämpfen Antisemitismus, Rassismus und Faschismus, rechte Burschenschaften, Pro Köln, wie alte und neue Nazis, Neonazis und alle, die Menschen gegeneinander hetzen, sie einteilen wollen in besser und schlechter, mehr oder weniger wert.

Die AL steht darum für basisdemokratische Alternativen

Wir sind emanzipatorische Linke – sozial, ökologisch, feministisch und antifaschistisch. Die AL hat eine offene basisdemokratische Struktur. Auf den Treffen der AL können alle, die sich für diese Ziele einsetzen wollen, gleichberechtigt diskutieren und konsensual mitentscheiden.

Wir beteiligen uns an Bildungsstreiks, an Protesten gegen die Kapitalisierung der Hochschulen, aber auch an vergleichbaren Aktionen außerhalb der Uni. Wir wollen Impulse geben für ein solidarisches, inklusives und emanzipatorisches Zusammenarbeiten und Leben, weit über die Hochschule hinaus, in einer freien Gesellschaft.

Es geht um den »kommenden Aufstand« – wie z. B. in Griechenland, Spanien oder Nordafrika, es geht nicht um kleine Verbesserungen, sondern ums Ganze. Darum ist die AL ist unabhängig von Parteien und vom AStA. An den Fachbereichen unterstützten wir basisdemokratische Fachschaften und kritische Institutsgruppen.

»Im Innersten wissen alle Menschen: Es wäre möglich, es könnte anders sein. Sie könnten nicht nur ohne Hunger und ohne Angst leben, sondern auch als Freie leben. Gleichzeitig hat ihnen gegenüber die gesellschaftliche Apparatur sich so verhärtet, dass das, was als greifbare Möglichkeit, als die offenbare Möglichkeit der Erfüllung ihnen vor Augen steht, ihnen sich als radikal unmöglich präsentiert« (Theodor W. Adorno)

Interessierte sind herzlich willkommen; wir treffen uns wöchentlich Dienstags um 18:00 in Raum 10 an der Humanwissenschaftlichen Fakultät. Eventuell abweichende Termine im neuen Semester findet ihr auf der Homepage.
Infos über unsere thematischen Veranstaltungen erhaltet ihr über unseren Mailverteiler AL‐Info oder ebenfalls auf unserer Homepage.

http://www.alunikoeln.blogsport.de/

Archiv: http://www.al.uni-koeln.de/

Kontakt: al ‐ plenum at uni ‐ koeln . de

Wenn Ihr mehr von uns zu uns wissen oder mitmachen möchtet; kommt zum Plenum.

Zsammen können wir nach den Sternen greifen

Denn … nur „Zusammen können wir nach den Sternen greifen“ (AL)

Bildungsstreik!? Bildungsproteste aus linksradikaler Perspektive

Haben die Studierendenproteste emanzipatorisches Potential? Oder dienen sie nur den Interessen einer ohnehin schon privilegierten Gruppe?
Bieten sie Kristallisationspunkte für Widerstand gegen die herrschende Ordnung – oder kanalisieren Sie Kritik in Reformismus?
Stellen sie die kapitalistische Logik in Frage, oder erfüllen sie lediglich eine Optimierungsfunktion innerhalb dieser Logik?

Unter welchen Bedingungen und in welcher Weise ist es für uns als emanzipatorische Linke sinnvoll, uns in diese Proteste einzubringen?

Wir möchten mit Euch diskutieren. Als Ausgangspunkt schlagen wir „Das Elend der Studierendenproteste“ von La Banda Vaga (link), sowie den überregionalen Aufruf der diesjährigen Proteste (pdf) vor. Weitere interessante Texte in kritischer Auseinandersetzung mit Bildungsprotesten haben wir hier dokumentiert (link).

Mittwoch 04.06.2014, 19 Uhr, StAVV-Garage (Humanwissenschaftliche Fakultät) – Anbau am Aufzug-Zugang des Gebäudes 213 des Department Heilpädagogik.

Wir trauern um Dieter Asselhoven

Dieter

Dieter Asselhoven war 1984 Mitbegründer der AL und bis einige Jahre vor seinem Tod sehr aktiv in der Politik wie für die Hochschulgruppe. Er war u.a. früher AStA-Vorsitzender für die AL und war immer wieder treibende Kraft in außerparlamentarischen Bildungsprotesten. Er beteiligte sich auch an der Veröffentlichung des Buches „Nachhilfe zur Erinnerung. 600 Jahre Universität zu Köln“.

Außerdem war er in nichtuniversitären politischen Kämpfen wie der Anti-Atom- und der Krüppelbewegung sowie insbesondere antifaschistisch und theoriebildend sehr aktiv.

Am 15. April 2014 verstarb Dieter im Kreis seiner Frau und engen Freund_innen. Sein Tod war wenige Tage vor dem 40jährigen Jahrestag seiner Lieblingsrevolution – der portugiesischen Nelkenrevolution – zu der er gerne noch einen Vortrag gehalten hätte.

Mit Dieter Asselhoven verlieren wir einen wichtigen Teil der AL und einen besonderen, witzigen, charmanten und streitbaren Freund. Wir vermissen ihn und werden ihn in bester Erinnerung behalten.

Dieter, mit dir war die befreite, wahrhaft humanistische Gesellschaft
denkbar. Wir denken an dich.

Wir verweisen auf die Trauerbekundung von »school is open« (link), seinem letzten großen Projekt, in dem er den Bau der »Inklusiven Universitätsschule Köln« wesentlich vorantrieb,
die Trauerbekundung des Studierendenausschusses der Vollversammlung (StAVV) und die Traueranzeige (link)
sowie den Nachruf von Uri D. (link) der auf HaGalil.com, Lizaswelt.net, Ruhrbarone.de, Indymedia.org und Publikative.org veröffentlicht bzw. verlinkt wurde.

Dieters Publikationen waren viele und teilweise nicht gekennzeichnet. Unter diesem Link findet Ihr eine Reihe seiner Texte.

Trauer um Dieter Asselhoven Köln (Urne)

Hier sind die Nachrufe für Dieter von uns dokumentiert: http://alunikoeln.blogsport.de/dokumente-materialien/texte-von-dieter-asselhoven/fuer-dieter/

Wenn Ihr uns einen Nachruf für Dieter schicken möchtet oder auf einen Nachruf für Dieter aufmerksam machen möchtet, schreibt uns bitte eine Email, danke.

Erinnerungskultur: Die Nelkenrevolution

Am 25. April jährt sich die Nelkenrevolution, die der faschistischen
Diktatur in Portugal nach über 40 Jahren ein Ende setzte. Sie ist die
einzige große progressive Revolution in Europa seit dem 2. Weltkrieg. Im
Rahmen unserer Veranstaltungsreihe zum Thema Erinnerungskultur greifen
wir ihren 40. Jahrestag auf.

Im Zuge der Nelkenrevolution wurden Großgrundbesitzer enteignet,
basisdemokratische Räte in Stadtteil und Fabrik eingesetzt, und Portugal
hatte in der Folge für einige Zeit die demokratischste Verfassung
Europas. Die Erinnerung an die Möglichkeit eines Aufbuchs in eine andere
Gesellschaft, aber auch an die Gründe für das Welken der
Nelkenrevolution nach eineinhalb Jahren, bzw. daran, wie sie
sozialdemokratisch erstickt wurde, gilt es wachzuhalten.

Mit einem Vortrag und einem Film werden wir die Hintergründe und
Geschehnisse der Nelkenrevolution beleuchten. Darüber hinaus möchten wir
in unseren Veranstaltungen Fragen nach der Bedeutung dieser
antiautoritären Revolution für uns heute, sowie Fragen nach dem Umgang
mit der Erinnerung aufwerfen.

Dienstag, 22.04.2014, 18 Uhr
Vortrag „Die Portugiesische Nelkenrevolution“

Mittwoch, 23.04.2014, 18 Uhr
Dokumentation: „Viva Portugal“ (BRD/Portugal 1974/1975)

Beide Veranstaltungen finden statt im Café Chaos in der
Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln (Gebäude 216,
Gronewaldstr. 2).

Wir freuen uns auf euch!
Eure ALiens

Veranstaltungsreihe Erinnerungskultur: Ausstellungsbesuch am 13.03.2014

Erinnerungskultur – Gedenken – Geschichte.
Worin unterscheiden sich diese Begriffe und wo überschneiden sie sich? Wer erinnert, und wen? Woran wird erinnert? Aus welcher Perspektive wird erinnert? In welchen Formen wird erinnert? Wozu wird erinnert? …? Mit einer losen Reihe von Veranstaltungen möchten wir Euch zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung mit Fragen zum Thema Erinnerungskultur einladen.

Einsteigen werden wir am 13.03.2014 mit einem Besuch der aktuellen „Kleinen Ausstellung im Gewölbe“ des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.

Who´s Boss: Hair Shirt Army – Armee des härenen Gewands – eine Installation von Tanya Ury
„Mit ihrer Installation „Who’s Boss: Hair Shirt Army“ konfrontiert sie das Publikum am Beispiel der renommierten Modemarke „Hugo Boss“ mit der Frage, wie man sich heute zu dem Erbe der NS-Zeit verhält.“ (http://www.museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/)

Wir treffen uns um 16:00 Uhr vor dem NS-Dokumentationszentrum und besuchen die Ausstellung. Anschließend wollen wir gemeinsam in entspannter Atmosphäre essen, trinken und reflektieren. Über Anmeldungen freuen wir uns, so dass wir uns im NS-Dokumentationszentrum anmelden (alternativeliste@gmx.net) und für anschließend einen Tisch reservieren können. Das soll natürlich nicht heißen, dass die Spontanen unter euch nicht teilnehmen können.

Weitere Veranstaltungen zum Thema Erinnerungskultur sind angedacht. Zum Beispiel planen wir, sobald es wärmer wird, einen Geocaching-Spaziergang in Ehrenfeld zu jüdischem Leben im NS, der Verfolgung von Sinti und Roma und Jugendgruppen die sich nicht anpassen wollten.

Eure ALiens

Diskussion: (Nicht)Perspektiven parlamentarischer Arbeit

Wir möchten noch einmal an die Diskussion „Wahlschein / Scheinwahl ? (Nicht)Perspektiven parlamentarischer Arbeit“ am 17.12.2013, 18Uhr, Raum 136, Gebäude 216 (HF) erinnern.

Als Einstimmung empfehlen wir folgende Texte:
http://strassenauszucker.blogsport.de/2012/06/06/lets-make-a-decision/
http://www.graswurzel.net/381/selbstbestimmung.shtml
https://www.akweb.de/ak_s/ak575/08.htm

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion.
Eure ALiens

Friedliche Wissenschaft ist mehr, als die Anwesenheit einer Zivilklausel

Öffentliche Kritik am Arbeitskreis (AK) Zivilklausel in Köln

Wir dokumentieren hiermit einen Beitrag aus der Zeitschrift der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – die Bildungsgewerkschaft) Köln:
Forum – Nr. 5/2013

Friedliche Wissenschaft ist mehr, als die Anwesenheit einer Zivilklausel


Der folgende Beitrag bezieht sich auf die in der Ausgabe 4/2013 dokumentierte Presseerklärung des AK Zivilklausel der Uni Köln (zu finden unter http://www.gew-koeln.de/02/web03/gew/forum/archiv_2013/forum2013_4.pdf).

Der Senat der Uni Köln hatte sich im Juli 2013 – aufgrund formaljuristischer Bedenken wegen einer möglichen Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit – gegen eine Änderung der Grundordnung der Universität, d. h. gegen eine vom AK vorgeschlagene „Zivilklausel“ ausgesprochen. Leider wird in der Pressemitteilung zum einen nicht erwähnt, dass die seinerzeit unter wissenschaftlichen MitarbeiterInnen verbreitete (und auch vom Autor beworbene) Unterschriftensammlung (1) einen anderen Wortlaut hatte und (2) zum anderen, dass der AK Zivilklausel in seinen Verlautbarungen im Grunde einem der Senatsmehrheit ähnlichen, neutralen Wissenschaftsverständnis folgt. Dass daraus Probleme der Kampagnenfähigkeit des Anliegens entstehen und hier ein toter Gaul gesattelt wird, ist die wenig überraschende Konsequenz.

(1)
In dem Aufruf der MitarbeiterInnen heißt es: „Die Universität wirkt für eine friedliche und zivile Gesellschaftsentwicklung. Sie ist selbst eine zivile Einrichtung, betreibt keinerlei Militär- oder Rüstungsforschung und kooperiert nicht mit Einrichtungen des Militärs oder der Rüstungsindustrie.“ Mit dem zweiten Satz wäre eine eindeutige Festlegung gegenüber expliziten Kriegsforschungen und ein Kooperationsverbot mit Bundeswehr oder Rüstungsfirmen festgelegt worden. Leider ist diese entscheidende Passage, die auch überraschend viele KollegInnen zu einer Unterschrift motiviert hatte, im Senatsantrag verschwunden. Dort ist nur noch von „kritischer Reflexion“ die Rede. Insofern ist es falsch, wenn der AK gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger behauptet: „Unter anderem sollten Kooperationen mit der Bundeswehr verboten werden, erläuterte Peter Förster vom Arbeitskreis Zivilklausel“ (KStA vom 10. Juli 2013, zu finden unter http://www.ksta.de/campus/uni-koeln-senat-stimmt-gegen-zivilklausel,15189650,23653300.html).

Anstelle dessen hat sich der AK nun zwei Zusätze ausgedacht, die zu einer ideologischen Verengung des Anliegens führen.

Da ist zum einen der naive positive Bezug auf die „Aufklärung“, der man sich als WissenschaftlerIn verpflichten solle. Was ist das? Schiller und Goethe, Hegel und Kant? Oder das exklusive Ideal des vernunftgesteuerten und kalkulierenden bürgerlichen weißen männlichen Individuums, das sich die Welt untertan macht? Adorno warnte bereits in der Schrift Minima Moralia eindrücklich davor, dass der Sinn der Aufklärung und der Menschenrechte, nämlich Glück auch dort zu versprechen, wo keine Macht ist, durch ihre normative Verdinglichung zur Gleichgültigkeit gegen das Individuum geworden war.

Zum anderen soll ich als Wissenschaftler auf Geheiß des AK in meiner Arbeit zur „Völkerverständigung“ beitragen. Hier wird es jetzt richtig gespenstisch. Ein imaginäres homogenisiertes Kollektiv – Volk I – soll sich mit einem anderen Phantom – Volk II – verständigen (worüber übrigens?). Absurd, und in der damit verbundenen Unterstellung eines Volksganzen mit einheitlicher Leitkultur fast schon reaktionär. Oder ist ein anderer Kontext gemeint? Die leninistische Definition von Völkerfreundschaft? Für Lenin war die ökonomische und politische Macht konzentriert bei »ein paar Hundert Finanzkönige[n]« und einer »Handvoll skrupelloser, in Laster und Luxus erstickender Milliardäre«. Sie konzentrierten sich in »einer Handvoll Wucherstaaten« die »Schmarotzer am Körper der übrigen Menschheit« seien. (Nachzulesen in Lenins 1916 erschienenen Schrift »Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus«) Deshalb ergänzten die LeninistInnen die marxistische Parole von den „Proletariern aller Länder“ um die „unterdrückten Völker“, die es zu gewinnen gelte.

Wie auch immer – an genau diesen Beimengungen und Versatzstücken durch den AK wurde auch von verschiedenen Seiten öffentlich Kritik geübt (etwa in einer eigens einberufenen Sitzung der Engeren Fakultät an der HumF), die aber offensichtlich in der Politik des AK keine Berücksichtigung fand. Im Ergebnis: Da wo die Argumentation des AK ausnahmsweise genauer wird (s. o.), ist sie falsch. Ansonsten bleibt sie verwaschen, im Ungefähren, verwendet Allerweltsbegriffe oder Zitate der klassischen deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Sie spielt auf „unsere Zeit der Krisen“ an, ohne dabei die gesellschaftlichen Machtverhältnisse zu benennen und verbleibt im Appell an das Gute für alle. Irgendwie meint man wohl den Kapitalismus, umschreibt ihn aber noch wolkiger als ATTAC. Diese Hohlheit öffnet natürlich die Tür für formaljuristische Gegenargumentationen.

(2)
Die Vorstellung des AK vom Zusammenhang des inneren Telos, des zweckgerichteten Antriebs der Wissenschaft, ihres historischen Bedeutungswandels und ihrer heutigen Verschlungenheit mit politischen und ökonomischen Macht- und Ausbeutungsstrukturen bleibt unverstanden.

Selbstverständlich ist die Wissenschaft – sind die WissenschaftlerInnen –verantwortlich für den Gebrauch, den die Gesellschaft von der Wissenschaft macht. Sie sind maßgeblich verantwortlich für die gesellschaftlichen Folgen der von ihnen entwickelten Kenntnisse und Einsichten. Denn die Gegenthese – Wissen ist an sich neutral, die negativen Anwendungen sind äußeren gesellschaftlichen Machtstrukturen zuzurechnen – ermöglicht WissenschaftlerInnen eine Existenz als „erfinderische Zwerge“, die für die Folgen ihrer Forschungstätigkeiten nicht haftbar gemacht werden können. Das kommt als role model nicht in Frage, zumindest nicht für GewerkschafterInnen.

Diese auch persönliche Verantwortung beruht nicht auf außerwissenschaftlichen Normen oder einem religiösen oder humanitären oder moralischen Standpunkt. Sondern sie wird vorgegeben durch die innere Struktur und den Telos der Wissenschaft und durch ihre Stellung und Funktion in der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden zu fast unmittelbar und weltweit eingesetzten und wirksamen Mitteln – sie können zu politischen, medialen, ökonomischen und militärischen Waffen werden. So wird die Überwachung und Kontrolle ganzer Bevölkerungen und ihrer Bewegungen und Migrationen im Krieg wie im Frieden wissenschaftlich organisiert, was die Forschung zwangsläufig mit den entsprechenden Machtstrukturen verbindet. (Auch insofern ist die strikte Trennung in „zivil“ und „militärisch“ nicht tragfähig für die Erkenntnis der Realität.) Gleichzeitig hat sich der Graben zwischen Grundlagenforschung und angewandter Wissenschaft verengt. Die abstraktesten und formalsten Resultate der Mathematik sind beispielsweise in sehr konkrete materielle Werte übertragbar, wie z. B. in Computersoftware. Es gibt keine zwei getrennten Welten der Wissenschaft, der reinen Theorie und der Politik, der angewandten Ethik.

Historisch war allerdings die Sonderung der beiden Sphären eine Voraussetzung zur Befreiung des Intellekts und des gezielten und methodischen Nachdenkens. Ihre Entbindung von übergeordneten Normen und Werten, von religiösen Vorgaben, war eine Voraussetzung des gesellschaftlichen Fortschritts und der Eroberung und Zähmung der Natur (was später verschleiernd „technischer Fortschritt“ genannt wurde). Die Janusköpfigkeit auch dieses Fortschritts wird von Adorno/Horkheimer in der „Dialektik der Aufklärung“ beschreiben.

Die damalige historische Situation ist mit dem Sieg des Bürgertums über Feudalismus und Theologie überholt. Die Trennung von Wissenschaft und Politik, die einstmals befreiend und progressiv war, ist nun destruktiv und retardierend geworden. Alle, die an einer Universität oder in einer Forschungseinrichtung nach Erkenntnis streben, wissen, dass die Ergebnisse der eigenen Tätigkeiten ein Eigenleben entwickeln. Sie werden publiziert, werden zur Ware, gelangen auf einen Markt und werden bewertet, gekauft. Genau auf diese Art werden durch Universität, Ausbildung und Wissenschaft gesellschaftliche Bedürfnisse befriedigt, nämlich durch ihr zur Verfügung stellen als Ware. Ein Appell an die Universität, zu „gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen“ (AK Zivilklausel) läuft also ins Leere, bleibt affirmativ, wenn er (aus strategischen Absichten?) die warenförmige und kapitalistische Verfasstheit der Gesellschaft zu benennen und kritisieren vermeidet.

Die bestehende Richtung des Fortschritts (die aus der gesellschaftlichen Grundordnung resultiert und die das dominante Wissenschaftsverständnis vorantreibt) entwickelt immer mehr Potential zur Gefährdung des Lebens des Großteils der Menschen. Telos der Wissenschaft ist aber die Bewahrung und Verbesserung der menschlichen Existenz. Wissenschaft als menschliche Anstrengung der Antizipation und Grundlegung einer besseren Welt ist ein wirksames Mittel im Bemühen um eine freie Existenz. Eine solche Welt ohne Zerstörung, ungelebtes Leben, vermeidbares Elend und vermeidbare Krankheit und Disziplinierung und ohne Aussonderung bereits in den Klassenzimmern, fortgesetzt an den Universitäten, ist kein äußeres Ziel oder Nebenprodukt der Wissenschaft, sondern wäre ihre Verwirklichung. Sie muss nicht durch untaugliche Mittel wie papierne Deklamationen, Leitbilder oder Klauseln herbei kommandiert werden.

Der Text als PDF (Download)

+++

Wir begrüßen die Kritik und betonen wiederholt daß die AL dazu schon vor Jahren gesagt hat (u.a. im StuPa) daß nicht nur der Begriff der „Zivilgesellschaft“ mehr als irreführend ist, sondern auch eine sog. „Zivilklausel“ nicht wirklich etwas erreichen kann, wenn nicht die richtigen Vorraussetzungen dafür geschaffen werden.

Vgl. z.B. alte Webseiten der AL, unter: http://al.uni-koeln.de/antimilitarismus.html

Die AL schließt sich damit der Kritik an und kritisiert den AKZK darüber hinaus ebenso für seinen Reformismus, seine regressive Kritik und kann sich nur vorstellen weitere Projekte des AKs zu unterstützen, wenn sich dieser der Kritik annimmt.
Weiterhin kämpft die AL für die Emanzipation des Menschen, eine befreite Gesellschaft, gegen Militarismus, Neokolonialismus und jegliches deutsches Großmachtstreben.

16.10.2013 Vortrag von Dr. Juliane Wetzel – Israel in den Medien

Weiterleitung einer Empfehlung des StAVV und des SIO Projektes:

Liebe InteressentInnen und FreundInnen,

Wir möchten zum Vortrag
„Israel in den Medien – Kritische Berichterstattung oder Stereotypisierung“
von Dr. Juliane Wetzel einladen.

Der Vortrag findet am Mittwoch, den 16.10.2013, um 19.30 Uhr in der Melanchthon-Akademie (Kartäuserwall 24b) statt.

Der Eintritt beträgt 5,- €.

Weitere Informationen befinden sich im PDF-Dokument.

flyer juliane wetzel vortrag israel in den medien jpg

Vortrag Dr. Juliane Wetzel zu Israel in den Medien (PDF download)

http://www.koelnische-gesellschaft.de/termine.php

Treffen der AL Uni Köln

AL Plena finden jetzt wieder wöchentlich statt. Es wird konsequent weiter an Grundsatzpositionen gearbeitet, u.a. zur Bildungspolitik.
Zweimonatlich wird es Einladungen zu ausführlicheren Diskussionsveranstaltungen geben.
Wenn Ihr mitmachen möchtet könnt Ihr beim Email-Kontakt des Plenums erfahren wo und wann die Treffen stattfinden: „al-plenum [at] uni-koeln [dot] de“
Neue Infos kommen dann über den AL Info-Verteiler AL-Info.

Offener Brief der Initiative für das Haus und Museum der Jüdischen Kultur in Köln

Hiermit dokumentieren wir den:

Offenen Brief der Initiative für das Haus und Museum der Jüdischen Kultur in Köln

Am 14. Juli 2011 hat der Rat der Stadt Köln diesen Beschluss gefasst:
»In Abänderung seines Beschlusses vom 13.04.2010 beauftragt der Rat die Verwaltung mit der Ausführung der Archäologischen Zone und des Jüdischen Museums auf der Grundlage der Entwurfsplanung vorbehaltlich der rechtsverbindlichen Zusage von Städtebauförderungsmitteln in Höhe von 14.300.000 Euro«.
Seitdem haben sich neben Befürwortern, Institutionen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft und Politik, erneut Initiativen und Einzelpersonen zu Wort gemeldet, die diesen Beschluss in Frage stellen. Zielrichtung, Begründung und vermutlich Motivation sind unterschiedlich, zum Teil widersprüchlich. Gemeinsam ist allen, dass sie das Projekt ‘Archäologische Zone – Haus und Museum der jüdischen Kultur’ zu verhindern, auf unabsehbare Zeit zu verschieben oder zu verwässern suchen.
Das trifft auch auf den bisher letzten Vorstoß (Martin Stankowski u.a.) zu. Alle Planungen müssten neu aufgenommen, ein gänzlich neues Konzept müsste erarbeitet werden. Über die entstehenden Mehrkosten schweigen die Autoren; diese wären immens.
Davon abgesehen spricht alles dafür, dass das Haus und Museum der jüdischen Kultur als eigenständige Einrichtung an dieser geschichtsträchtigen Stelle, dem Ort des jüdischen Wohnviertels von der spätantiken bis in die spätmittelalterliche Zeit errichtet wird. Es soll den Anteil jüdischer Bürgerinnen und Bürger am Leben dieser Stadt, nicht nur vor der Vertreibung, sondern auch nach der Rückkehr zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts dokumentieren. Das Haus und Museum der Jüdischen Kultur wäre ein klares Bekenntnis zur gemeinsamen Geschichte – ein politisches Signal, das nicht verwässert werden darf. Es kann ein Ort der Begegnung und des aktiven kulturellen Austauschs werden. Köln hat die einmalige Chance, jüdisches Leben als wichtigen Teil der Stadtgeschichte und der städtischen Gegenwart darzustellen und, wenn der Ort geschaffen ist, kulturelle Begegnung möglich zu machen.
Wir fordern den Rat der Stadt Köln auf, an seinem Beschluss festzuhalten – und die Stadtverwaltung, dafür zu sorgen, dass er möglichst rasch umgesetzt wird. Wir erwarten die umgehende Information der Öffentlichkeit durch die Stadt und den Landschaftsverband Rheinland über den Stand der konzeptionellen Überlegungen und Planungen sowie eindeutige zeitliche Perspektiven für deren Realisierung.

Quelle: http://museumsbaukoeln.de/

Mehr zum Projekt eines Jüdischen Museums und zur Museumskonzeption im Internetauftritt der Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der Jüdischen Kultur e.V.
http://www.juedischesmuseum-koeln.de/

Jetzt den offenen Brief unterschreiben bei: http://museumsbaukoeln.de/ihre-unterstuetzung/

Mehr dazu von der AL:
Dossier (PDF)

Medienspiegel (URLs):
http://www.museenkoeln.de/ns-dok/default.asp?s=506&tid=257&kontrast=&schrift=
http://www.juedischesmuseum-koeln.de/projekt.html
http://www.stadtrevue.de/index_archiv.php3?tid=1062&bid=2
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/808980/
http://www.baufachinformation.de/aufsatz.jsp?ul=2006089005258
http://www.ksta.de/html/fotolines/1213360852103/rahmen.shtml?1
http://www.lizaswelt.net/2008/07/kollektive-amnesie-in-kln.html
http://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=17689&voselect=2893

Die eigentümliche Geschichte der Universität zu Köln

Anlässlich der sog. 625 Jahr-Feier der Uni Köln erlauben wir uns noch einmal ein paar Anmerkungen dazu zu machen und dokumentieren hiermit einen AL Text vom Jahr 2000:

Wie alt wird die Kleine eigentlich?

Erst 81 Jahre, nur 491 Jahre, 612 Jahre oder eher 752 Jahre?

Ein Text der AL über die eigentümliche Geschichtsschreibung der Universität zu Köln.

Menschen machen sich gerne jünger, als sie sind. Bei Institutionen sieht das gelegentlich anders aus. Die alma mater coloniensis feiert nun ihren Geburtstag und kann dabei aus verschiedenen Versionen wählen.

Nach der derzeitigen selbstgewählten Fassung begeht die Uni Köln nunmehr ihren 612. Jahrestag, weil am 21. Mai 1388 der in Rom residierende Papst Urban VI. dem patrizischen Rat der freien Reichsstadt Köln die Genehmigung zur Gründung einer Universität erteilte, um der von seinem avignonesischen Gegenspieler beeinflußten Universität Paris einen romtreuen Gegenpol entgegenzusetzen. Dann zog sich alles noch etwas hin, während der Kölner Stadtrat das Projekt in der Hoffnung auf kaufkräftige Gelehrte und Studenten weiterhin propagierte – erst zwischen Weihnachten und Neujahr 1388 konstituierte sich die Kooperation durch die Wahl eines Rektors, der Vorlesungsbetrieb startete am 6. Januar 1389.

Dann ging alles seinen Gang – 410 Jahre lang wurde in der Zensurinstanz und Kaderschmiede von Inquisition, Gegenreformation und Hexenverfolgung geforscht, gelehrt, mitgeschrieben, gesoffen und duelliert. An mittelalterlichen Gepflogenheiten und Riten festhaltend, wurde die europäische Aufklärung ignoriert. Im April 1798 allerdings – das revolutionäre Frankreich regierte seit 1793 auch in Köln – wurde die Universität schlichtweg geschlossen.

Erst 1919 wurde sie unter Mitwirkung des damaligen Kölner Oberbürgermeisters und späteren Bundeskanzlers Konrad Adenauer als „Bollwerk des deutschen Geistes in den gefährdeten Rheinlanden“ (Rede des ersten Rektors Christian Eckert anläßlich der feierlichen Eröffnung am 12. Juni 1919) neu gegründet.

1933 kam Köln der ministeriellen Verfügung vom 21. April, mit der die Universitäten gleichgeschaltet wurden, zehn Tage zuvor. Die StudentInnenschaft beteiligte sich an der nationalsozialistischen Hetze und organisierte beispielsweise am 17. Mai 1933 eine Bücherverbrennung, bei der 334 Bücher und 1200 Zeitschriften zerstört wurden.

Auf einen dritten möglichen Gründungstermin wird sich bislang eher indirekt bezogen: Die Adresse der Universität ist Albertus-Magnus-Platz, und die Statue des ersten Leiters des studium generale der Dominikaner in Köln (1248-1254, †1280) prangt vor dem Hauptgebäude an exponierter Stelle im Blickfeld des RektorInnenzimmers.

Während noch 1969 stolz die 50-Jahrfeier der neuen Universität zelebriert wurde, beging man bereits 1988 den 600. Geburtstag mit großem Pomp und eigenem Wagen auf dem Rosenmontagszug. Zu diesem Anlaß meldeten sich neben den offiziellen HonoratiorInnen-Jubeltruppen auch (studentische) Stimmen zu Wort, die eine kritische und reflektierte Beschäftigung mit der Geschichte der Universität Köln inklusive ihrer düsteren Kapitel einforderten.

Die 608-Jahrfeier, für die eine Rede des damaligen „Zukunftsministers“ und derzeitig frisch gewählten Fraktionsvorsitzenden der CDU im Landtag von NRW Jürgen Rüttgers in der renovierten Aula geplant war, wurde von 600 bis 800 StudentInnen gestört und verhindert.

Die Feierstunde ist in diesem Jahr erstmalig zu einem Universitätstag der offenen Tür ausgeweitet worden, der mit einem für universitäre Verhältnisse geradezu spektakulären Propagandaaufwand mit Plakaten, Transparenten und auf der Homepage der Universität beworben wird. Auch der von Unabhängigen, RCDS und Lust getragene AStA kam den Bitten von Rektor Jens Peter Meincke in Person seiner Referentin Sabine Strahl, das Ereignis publik zu machen, nach und liefert in der Rückmeldung vom 16. Mai eine fünfseitige Darstellung, die nicht das Ereignis, sondern die mangelnde Präsenz von ProfessorInnen anläßlich vergangener Jahrestage kritisiert. Statt sich beispielsweise mit der Männerbastion Hochschule oder dem ökonomisierten Ausverkauf von Bildung zu beschäftigen, ruft die StudentInnenvertretung damit die ProfesorInnen dazu auf, die „invention of tradition“ gefälligst mitzutragen.

Die interessante Frage für die Zukunft bleibt: Welches Ereignis wird größer, die 100-Jahrfeier 2019 oder die 800-Jahrfeier 2048? Oder wird die Sucht nach dem runden Geburtstag zum Eingeständnis der 121-jährigen Unterbrechung führen? Mit besonderem Interesse sieht die Alternative Liste der 500-Jahrfeier von 2009 entgegen.

Aus einem AL-Flugblatt, im Mai 2000 (überarbeitet für die Webseiten der AL), verteilt an der Uni Köln.

Link zum alten Originaltext: http://al.uni-koeln.de/archiv/geschichte1.html

Zum aktuellen Internetauftritt der Uni Köln 2013 und ihrer 625-jährigen Phantasterei, siehe: http://625jahre.uni-koeln.de/
http://625jahre.uni-koeln.de/5073.html

In Bälde geht es weiter zur wirklichen Geschichte der Uni Köln, nebst den düsteren Kapiteln, wie der gern verschwiegenen und umgedeuteten NS-Vergangenheit – z.B. der Gleichschaltung in vorauseilendem Gehorsam – inklusive Bücherverbrennungen und Co..

26.-28.7. Iranische Frauen-Konferenz an der Uni Köln

http://iwsf2013.org/english/images/logo.jpg

Vom 26.-28. Juli findet die Iranian Women’s Studies Foundation Conference an der Uni Köln statt – zur Beschreibung der Konferenz siehe weiter unten oder unter www.iwsf2013.org. Für die Konferenz sind 30-50 kostenlose Plätze für Student*Innen reserviert, meldet euch dafür bis zum 15.7.2013 an. Während der Vorträge gibt es auch eine Kinderbetreuung.

Auf diese Weise könnt ihr die Konferenz unterstützen:
Für die aus der ganzen Welt anreisenden Frauen werden noch private Schlafplätze gesucht; Meldet euch, wenn ihr für die Tage Platz, Interesse und Lust auf Besuch habt; ob ihr Bett/ Couch oder einen Platz auf dem Fußboden anbietet, die Frauen Schlafsäcke mitbringen sollen. Schreibt doch bitte auch in welchen Sprachen ihr euch verständigen könnt.
Für die Konferenz selber werden außerdem noch Helfer*innen gesucht.
Die E-Mail-Kontaktadresse ist: iwsf2013 (at) gmail (punkt) com

Ankündigungstext:

    Nicht über sie, nicht für sie, sondern das Reden Ihnen überlassen!

Ankündigung zur diesjährigern Internationalen iranischen Frauenforschungskonferenz (IWSF) vom 26-28.07.2013 in Köln

Wir freuen uns Sie zur 24. Iranian Women`s Studies Foundation Konferenz (IWSF) einladen zu können. Die Konferenz findet vom 26-28.07.2013 in der Aula der Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln, Gronewaldstraße 2, 50931 Köln statt. Titel der Konferenz ist

„Frau, ihr Körper und das Recht auf Selbstbestimmung“.

Die IWSF- Konferenz (www.iwsf.org) wurde 1990 u.a. von der Aktivistin Golnaz Amin in Cambridge, Massachusetts gegründet und findet seitdem jährlich als Weltfrauenkonferenz in verschiedenen Städten der Welt (2012 Cambridge-USA, 2010 Sorbonne- Frankreich, 2009 Hannover- BRD, 2008- Berkeley- USA, 2006 Montral- Canada) statt.

Auf den Konferenzen beschäftigen sich mehrere hundert Frauen aus der ganzen Welt mit der Rolle der iranischen Frau bzw. den Frauen im nahen und mittleren Osten.

Bereichert werden die Konferenzen auch immer um ein kulturelles Rahmenprogramm mit Musik, Theater und Kunstausstellungen.

Das Ziel der IWSF- Konferenz ist es dabei u.a. ein Forum des kommunikativen Austausches für Frauen zu sein und als weltweites Netzwerk für iranische Frauen zu dienen.

Wie bereits erwähnt findet die Konferenz in diesem Jahr vom 26.- 28.07.13 an der Universität zu Köln statt. Hier werden ca. 400 Frauen aus aller Welt erwartet. Sie beschäftigen sich drei Tag mit Themen wie der Verschleierung, Sexualität, der sexuellen Orientierung im Iran und anderswo, und auch dem Selbstverständnis der Frauen und ihrer Selbstbestimmung.

Nach dem sogenannten Arabischen Frühling ist das öffentliche Interesse an Information aus erster Hand sehr hoch. Hierbei liegt der Fokus häufig auf den fundamentlistisch- moslemischen Strömungen. Dies ist jedoch nur eine Strömung, die in den islamisch geprägten Ländern präsent ist. Die Konferenz in Köln bietet die ungewöhnliche und gute Gelegenheit mit Frauen aus vielen Ländern in den direkten Austausch zu treten und andere und vielfältige freiheitliche Strömunen kennen zu lernen, denn ein Schwerpunkt wird in diesem Jahr der Austausch mit Frauen aus islamisch geprägten Communities/Regionen sein.

Das Anliegen der Konferenz ist es auch, den Frauen eine Stimme zu geben und mit den Frauen zu sprechen und sie selbst sprechen zu lassen, nur so lassen sich- unserer Meinung nach- Vorurteile und Feindbilder abbauen.

Dies zu nutzten halten wir für sinnvoll, zumal wir uns dadurch eine Unterstützung den Aktivist_innen in Deutschland und in Ländern erhoffen, deren Kampf für ein menschenwürdige Lebens- und Rechtlagen noch nicht abgeschlossen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Die Vorbereitungsgruppe der IWSF- Konferenz

Köln, 20.06.13

---

Ablauf:

Zu Beginn eines jeden Tags besteht die Möglichkeit, sich zwischen 8 Uhr und 09:30Uhr anzumelden. An beiden Abenden ist ein kulturelles Programm geplant, am dritten Abend ein Abschlussfest.

Am Freitag, 26.07.13 werden die Teilnehmerinnen ab 09:30 von der Vorbereitungsgruppe Köln und einer Vertreterin der Universität zu Köln begrüßt und die Künstlerinnen, die während der gesamten Konferenz ihre Arbeit zeigen, vorgestellt.

Der erste Tag steht unter dem Thema: Frau-Körper-Selbstbestimmung.

Es sollen folgende Themen erörtert werden:

Wie lässt sich der Begriff der Selbstbestimmung historisch, sozial und politisch definieren und einordnen?

Welche Ansätze haben unterschiedliche Strömungen, wie z. B. (Post-) Strukturalismus, (De-) Konstruktivismus, Feministische oder Kritische Theorie?

Welche Handlungsmöglichkeiten sehen diese für Frauen in der iranischen Gesellschaft?

Inwiefern ergänzen sich Verschleierung und Sexualisierung von Frauen?

Welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich im Spannungsfeld mit der Staatsgewalt?

Wie können sich Frauen selbstbestimmt für oder gegen Verschleierung entscheiden?

Wie wirkt sich ein Verbot von Verschleierung aus?

Welche rassistischen und anti-muslimischen Diskurse wirken in öffentlichen Räumen und Debatten in Bezug auf Verschleierung?

Wie wirken sich diese auf die weibliche Selbstbestimmung aus?

Es sind zwei Gastvorträge mit jeweils anschließender Diskussion und eine Podiumsdiskussion geplant.

Den ersten Vortrag, um 10:30 Uhr, hält Susanne Baer(Richterin am Bundesverfassungsgericht, Professorin an der HU Berlin, Schwerpunkt Geschlechterforschung).

Anschließend findet die Preisverleihung der Hamed- Shahidian-Stiftung statt (11:30Uhr)

Nach der Mittagspause (12 bis 14 Uhr) spricht Frau Amal Ramsis aus Ägypten über die Situation der Frauen nach dem „Arabischen Frühling“.

Um 15 Uhr ist die jährliche IWSF Ehrung der Frau des Jahres geplant.

Für die Podiumsdiskussion, ab 16:30 Uhr, bei der es um das Thema „Der Körper der Frau und die Verschleierung in islamischen Kulturen“ geht, sprechen folgende Rednerinnen:

Seyran Ates (Berliner Anwältin, Autorin), Sedigheh Vasmaghi (Islamische Theologin aus Schweden), Alice Schwarzer (Kölner Journalistin und Autorin), Chahla Chafiq (Schriftstellerin und Soziologin aus Frankreich)

Ciler Firtina (Journalistin aus Köln) wird die Diskussion moderieren.

Nach dem Abendessen beginnt dann ab 20 Uhr das Musik- und Tanzprogramm mit Krikela (Sologesang und Gitarre, Köln) Rajaa (Tanz aus der arabischen Welt, Köln) und Sima Khaleghi (Musik aus Aserbaidschan, Köln)

Am Samstag, 27.07.13 steht das Thema Frau – Körper – Sexualität im Mittelpunkt.

Folgende Fragen sollen erörtert werden:

Inwiefern wird der Körper und die Sexualität innerhalb der Sprache als Tabu behandelt?

Welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in Bezug auf Körper und Sexualität lassen sich in der persischen Sprache, in anderen Sprachen von muslimisch geprägten Ländern/Communities, in der deutschen und englischen Sprache feststellen?

Welche Normen und Moralvorstellungen in Bezug auf Jungfräulichkeit wirken oder wirken nicht auf Frauen in der heutigen iranischen Gesellschaft, bzw. in iranischen Communities?

Welche Konsequenzen hat dies im Leben der Frauen?

An diesem Tag soll es nach dem Grußwort der IWSF- Leiterin aus den USA nacheinander 4 kurze Redebeiträge mit anschließender Möglichkeit zur Klärung von Fragen und Diskussion geben.

Folgende Rednerinnen werden sprechen:

10:00 Uhr: Azad (Iran): Frauenkörper und Schamgefühl im religiösen und traditionellen Kontext

10:30 Uhr: Najmeh Mousavi (Frankreich):

Gender und das Recht auf Selbstbestimmung

11:00 Uhr: Soudeh Rad (Frankreich):

Körper der Frau als Achillesferse der iranischen Patriarchatsstrukruren

11:30 Uhr: Maryam (Iran): Der männliche und weibliche Blick auf Frauenkörper in Facebook

Anschließend, nach dem Mittagessenm, ist ab 14 Uhr eine Podiumsdiskussion mit den 4 Referentinnen geplant, bei der die Fragen aus dem Publikum ausführlich diskutiert werden sollen. Die Moderation übernimmt Elahe Amani aus den USA.

Um 17 Uhr werden verschiedene Kölner Frauenprojekte (Lila in Köln, Agisra, IDFV, AFLR, IWS) und Neuerscheinungen der Frauenliteratur vorgestellt.

Ab 20 Uhr beginnt dann wieder das Musik- und Tanzprogramm. An diesem Abend treten auf: Sevil (Aserbaidschanischer Tanz, Köln), Shahram Moghaddam (Sologesang und Gitarre, Wiesbaden), Bibiana Jimenz (Tanztheater, Köln), Sima Behmanes (Regie, Köln).

Außerdem aus Frankreich: Darya Dadvar (Gesang), Jasy Desmond (Piano), Leila Renault (Kontrabass), Susan Mccarthy (Flöte).

Der Sonntag, 28.07.13 steht unter dem Thema Homosexualität – Transjender-Transsexualität- Homophobie – Sexuelle Orientierung.

Es geht um folgende Fragestellung:

Welche Rolle spielen Geschlechtsumwandlungen bezüglich der repressiven iranischen Homosexualitätspolitik?

Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen?

Inwieweit wird dadurch die Norm der Zweigeschlechtlichkeit noch mehr zementiert?

Der Tag startet mit einem Musikbeitrag: Paria (Solomusik aus Köln)

Ab 09:45 Uhr findet eine Podiumsdiskussion zum Thema Geschlecht und sexuelle Identität statt. Es nehmen teil:

Elham Malekpour aus England, Sepehr Massakeni aus Berlin, Saideh Saadat-Lendle aus Berlin und Shadi Amin aus Frankfurt. Die Moderation übernimmt Raha Bahraini aus Kanada.

Nachmittags stellen Studentinnen verschiedener Universitäten ihre Arbeiten zum Thema der Tagung vor. Es sprechen ab 15 Uhr Zara aus dem Iran über das Leben der Single-Frauen und ihr Recht auf Selbstbestimmung, Khorshid Moslehi aus Köln über die Konstruktion geschlechtlicher Identität als Spiegel der Gesellschaft und Dorna Hatamlooy aus Bochum über die Auswertung der Internet-Umfrage über das Thema der Konferenz. Am späten Nachmittag, ab 16 Uhr, soll es ein Feedback der Konferenz-Teilnehmerinnen zur stattgefundenen Konferenz geben. Nach dem Abendessen beginnt dann ab 20 Uhr das Abschiedsfest.

ENGLISH

From 26th to 28th of july the Iranian Women’s Studies Foundation Conference will take place at University of Cologne (iwsf2013.org) There are 30 to 50 free seats for students, if you want one of them, register until 15th of july via email.

You can help the conference by providing sleeping places for the women who will come from all over the world, or by helping during the conference.

The contact email for all is iwsf2013@gmail.com

The Iranian Women’s Studies Foundation (IWSF) is a feminist non-profit organization with no affiliation to any political or religious group. It aims to provide a forum for the exchange of ideas on issues related to Iranian women, to disseminate information on Iranian women’s achievements, and to establish a network of communication amongst Iranian women the world over.
Iranian women activists in Cologne are hosting the 24th IWSF conference in Cologne, Germany. The meeting in 2013 will focus on Woman, Body, and Autonomy. The presentations will discuss and criticize the clichés, taboos, and laws that discriminate against women. The organizers want to raise awareness on the actual taboos and issues of the female body, which most Islamic governments try to hide under the hijab. Islamic governments separate women’s bodies from their social character and downgrading it to a non-social element without Autonomy.
Therefore, we would like to discuss women’s bodies, their social elements, and the necessity of Autonomy. Autonomy is an important and an essential need to women.

The following topics will be covered in the conference:
# Hijab
# Virginity
# Sexuality and sexual relationships
# Sexual orientation
# others

http://iwsf2013.org

http://iwsf2013.org/english/index_en.html

Empfehlung: Kritik der Politischen Ökonomie (KDPOE)

Ankündigungen zu den Seminaren der Gruppe (AG) „Kritik der Politischen Ökonomie“ Köln und alle Texte findet Ihr unter: kdpoe.wordpress.com
http://kdpoe.files.wordpress.com/2012/05/me_wordpress.jpg

+++

Weitere alternative und linke Termine für Köln und Umgebung (Köln-Bonn, düsseldorfer, bis aachener Raum) siehe: Plotter

+++

Juli 2013: Aktionswochen im AZ Köln unter dem Motto: Gather & Resist

Offener Brief zur Auszeichnung “Bester Arbeitgeber” an das Seminar für allgemeine BWL und Personalwirtschaftslehre

Wir dokumentieren hiermit den offenen Brief von politischen Hochschulgruppen an der Uni Köln zur Auszeichnung “Bester Arbeitgeber” an das Seminar für allgemeine Betriebswirtschafts- (BWL) und Personalwirtschaftslehre (PWL) der Uni Köln vom Februar 2013:

Sehr geehrte Damen und Herren des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Personalwirtschaft,

in den letzten zwei Wochen gab es nach der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation “Ausgeliefert!” zahlreiche Medienberichte zum Geschäftsgebaren des Internetversandhauses Amazon. Berichte sprechen davon, dass (vor allem nichtdeutsche) Leiharbeiter_innen unter katastrophalen Arbeitsbedingungen für Amazon gearbeitet haben. Etwa 5000 Leiharbeiter_innen wurden für das Weihnachtsgeschäft eingestellt und wenige Wochen später wieder entlassen. Manche haben erst am Ende eines Arbeitstages erfahren, dass sie am nächsten Tag ihre Wohnung verlassen müssen und nicht mehr beschäftigt werden würden. Innerhalb von 24 Stunden sollten sie ihre Sachen packen und würden dann weggeschafft. Dabei wurde mit H.E.S.S. eine Sicherheitsfirma mit rechtsradikalem Hintergrund beschäftigt. Diese war beauftragt, die Mitarbeiter_innen zu überwachen. Dies ging von Kontrollen in den Unterbringungen, und damit einem Eindringen in die Privatsphäre, über Verhaltenskontrollen bis hin zu offener Schikanierung.

Außerdem soll die Zeitarbeitsfirma Trenkwalder in den Skandal verwickelt sein. Sie habe Amazon im Weihnachtsgeschäft 1000 Leiharbeiter_innen vermittelt. Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit seien dabei zahlreicheVerstöße gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und die aus Arbeitnehmer_innensicht ohnehin niedrigen Standards festgestellt worden. Beiden Firmen wurde wenige Tage nach der Ausstrahlung der Dokumentation von Amazon gekündigt.

Tagesschau.de machte am 21.02. publik, dass die Firma Trenkwalder im Wettbewerb “Deutschlands beste Arbeitgeber” einen Preis gewonnen habe. Laut Angaben auf der Homepage www.greatplacetowork.de wurde der 2011
vergebene Preis in der Kategorie “Qualität der Arbeitsplatzkultur” zwar mittlerweile bis zur Klärung der Umstände rund um Amazon ausgesetzt, uns machte es trotzdem stutzig, dass die Uni Köln in die Preisvergabe verwickelt sei. Weitere Recherchen führten uns dann zu Ihrem Seminar, dem Seminar für ABWL und Personalwirtschaftslehre.

Als Studierende der Universität interessiert uns nun, welche Rolle das Seminar für ABWL und Personalwirtschaftslehre bei der Vergabe des Preises gespielt hat. Die Tatsache, dass eine Institution wie die Uni Köln in eine solche
Preisvergabe involviert ist, setzt, unabhängig vom gewählten Auswahlverfahren und dem Verwicklungsgrad, ein Zeichen, dass es eine seriöse Auszeichnung sei. Die Uni steht mit Ihrem Namen dafür ein, dass Trenkwalder ein guter Arbeitgeber sei.

Die Vergabe des Preises überrascht uns jedoch, da zu den offiziellen Kategorien des Wettbewerbs die Kategorien “Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist” gehören. Nicht erst seit dem Amazon-Skandal steht jedoch fest, dass genau diese Werte durch Zeitarbeit torpediert werden. Ein wichtiges Ziel ist es ja, durch Zeitarbeit gute Arbeitsbedingungen zu verhindern, um Löhne und Sozialabgaben zu drücken und um flexibel Arbeiter_innen einstellen und entlassen zu können. So soll die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Gute Arbeitsbedingungen kommen in dieser Rechnung nicht vor.

Ein Zeitarbeitsunternehmen als guten Arbeitgeber zu bezeichnen, konterkariert die Idee, dass hinter so einem Wettbewerb stehen könnte, wirklich gute Arbeitgeber auszuzeichnen. Selbst wenn die eigentliche Zeitarbeit gar nicht bewertet wird

Da uns bisher nicht deutlich wird, wie das Seminar in den Skandal verwickelt ist, bitten wir Sie, mit diesem offenen Brief öffentlich Stellung zu nehmen und klar zu stellen, welche Bedingungen aus Ihrer Sicht gegeben sein müssen um
von guter Arbeit und von guten Arbeitgeber_innen zu reden.

Dies ist für uns auch bedeutungsvoll, da in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Universität zu Köln und demMinisterium für Innovation, Wissenschaft und Forschung in § 10 vereinbart wurde, dass ein Kodex “Gute Arbeit an Hochschulen“ entwickelt werden soll. Dies ist aus unserer Sicht unvereinbar mit der möglichen Stärkung schlechter Arbeitsbedingungen außerhalb der Hochschule.

Über eine zeitnahe Reaktion würden wir uns sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Hochschulgruppen

campus:grün, Alternative Liste (AL), dielinke.sds, Piraten Hochschulgruppe

+++

Nachtrag: Eine öffentliche Reaktion aus dem Seminar an der UK dazu gab es bisher nicht. Wohl aber dafür Interviewanfragen von öffentlichen Medien, der Presse an die Hochschulgruppen (HSG) aus Köln und anderswo.

+++

Am 9. April 2013 kam dann eine Erklärung vom Seminar die darum hiermit dokumentiert wird:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
[…]
· Wir haben mit der Preisvergabe nichts zu tun und hatten dies auch nie.
· Weder der Lehrstuhl noch irgendein Mitarbeiter hat je Geld von Great-Place-To-Work bekommen.
· Hintergrund: Wir haben vor einigen Jahren einmal Daten für ein Forschungsprojekt bekommen aus einer großzahligen Beschäftigtenbefragung, die vom Arbeitsministerium finanziert worden ist und von GPTW durchgeführt wurde. Daraufhin haben wir einige wenige Fragen für weitere Befragungen von GPTW vorgeschlagen, die uns in der Forschung interessieren. Great-Place-To-Work hat uns daraufhin als Forschungspartner auf ihrer Webseite genannt. Es scheint daraus der Eindruck entstanden zu sein, dass wir an der Preisvergabe beteiligt sind. Dies ist nicht der Fall.
Mit freundlichen Grüßen
[…]
Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Personalwirtschaftslehre
Universität zu Köln
Herbert-Lewin-Str. 2
D-50931 Köln“

Plenum 19.2.

Kontakt: al-plenum [at] uni-koeln [.] de

Projektgruppe Inklusion – PG-Treffen am 29.11.12

Unser letztes Treffen liegt fast schon wieder zwei Wochen zurück, und wir können sicher sagen, dass in der Runde ein sehr angeregter Austausch stattgefunden hat. Wir haben die Projekte der PG vorgestellt und reflektiert. Jetzt soll an einem weiteren Konzept gearbeitet werden.

Donnerstag den 29.11 wie gehabt um 18 Uhr in der StAVV-Garage.
Wir freuen uns über eure Anwesenheit.
Wir werden unsere Tops rumschicken, sobald diese formuliert sind. Wenn ihr nicht teilnehmen könnt, könnt ihr trotzdem jederzeit eure Gedanken und Interessen mitteilen.

Kontakt: http://projektgruppeinklusion.blogsport.eu/kontakt/

Save the Date:
28.11.2012 Meet`n´Greet StAVV
03.12.2012 Welt Behinderten Tag
17.12.2012 Winterfest Fachschaften Aktions Kreis

http://projektgruppeinklusion.blogsport.eu/nachstes-treffen/

http://projektgruppeinklusion.blogsport.eu/

14.11.2012 SoliDemo in Köln – gegen Spardiktate und Lohnkürzungen


#14N Soli-Demo in Köln: Der Krise gemeinsam begegnen!
http://www.no-racism.de/wp-content/uploads/2012/11/Flyer-Front-Bild.jpg

Mehr zu #14N: http://www.no-racism.de/14n-soli-demo-in-koeln-der-krise-gemeinsam-begegnen/#more-3163

Vgl.:
http://www.paeris.net/demoaufruf-1411/
http://umsganze.org/ein-guter-abschluss-fuer-2012-ein-grund-zur-freude-in-duesterer-zeit/
http://krise.blogsport.de/
http://oekologische-linke.de/dl/dl.pdfa?download=Krisenbuendnis_20121004_M31-Nachbereitung.pdf
http://nao-prozess.de/

6.12. Verhandlung im Fall BAYER und die Uni Köln vor dem VG Köln

Uni-Kooperationen der BAYER AG

„Im Frühjahr 2008 vereinbarte der BAYER-Konzern mit der kölner Hochschule [Universität zu Köln] eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Pharma-Forschung. Die Vertragsbedingungen bleiben jedoch im Dunklen. Wir befürchten eine Ausrichtung der pharmakologischen Forschung an öffentlichen Einrichtungen nach rein wirtschaftlichen Kriterien.

[Mehr als] zehn Verbände [, Gruppen und Einzelpersonen] unterstützen [die] Forderung, den Vertragstext offen zu legen [u.a. die AL]. Die Beauftragte für Informationsfreiheit des Landes NRW befürwortet [das] Anliegen. Trotzdem verweigert die Universität weiterhin eine Einsichtnahme. Die CBG hat daher Klage eingereicht.

Der Prozess beginnt am 6.12. vor dem Verwaltungsgericht Köln. UnterstützerInnen und ProzessbeobachterInnen treffen sich ab 8.45 Uhr vor dem Gericht am Apellhofplatz, Eingang Burgmauer (300m vom Hbf Köln)“.

Quelle: CBG / mehr siehe: http://www.cbgnetwork.org/2730.html

Verträge offen legen. Für mehr öffentliche Kontrolle und eine demokratische Uni.

Kritik des Geldes und der Geldkritik

Kritik des Geldes und der Geldkritik

10. November 2012, Raum 9, HumF, Uni Köln

Tagesseminar der Projektgruppe Kritik der Politischen Ökonomie Köln zur
„Kritik des Geldes und der Geldkritik“ (Ankündigung, PDF)

Workshop von 11Uhr bis 17:30Uhr

Anmeldung, Kontakt: kdpoe (at) gmx (dot) net

9.11.12 Vortrag und Diskussion mit Michael Albert

Parecon –
Leben nach dem Kapitalismus


Veranstaltung mit dem us-amerikanischen Kapitalismuskritiker
Michael Albert, der die zentralen postkapitalistischen Ideen seines Buches ‚Parecon –
Leben nach dem Kapitalismus‘ vorstellen wird. Anschließend Diskussion.

09. November 2012 um 18:30 Uhr in Raum 402 des Hauptgebäudes der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Uni Köln (Gronewaldstr. 2, 50931 Köln).

Siehe: http://alunikoeln.blogsport.de/images/Gastvortrag_MichaelAlbert.pdf

Vgl.: http://www.schoolisopen.uni-koeln.de/blog/2012/10/24/michael-albert-parecon/

Zum Buch: http://www.parecon.de/

http://www.parecon.de/index_html/parecon_buch_160.gif

10.11.12: Kritik des Geldes und Geldkritik

Kritisches Seminar, Vortrag und Diskussion

Kritik des Geldes und Geldkritik

Geld regiere die Welt trichtert uns der so genannte Volksmund von klein auf ein und erklärt auf diese Weise die unterschiedlichsten Missstände an allen Ecken und Enden unserer Welt hinfort.
Meint dieser Spruch möglicherweise das Gleiche, wie der Satz aus dem Kommunistischen Manifest: »Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat … kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose ›bare Zahlung‹«?
Oder lässt die Fixierung auf den Fetisch Geld den genaueren Blick auf die konkreten Verhältnisse dahinter überflüssig scheinen? Und stimmt diese Behauptung über das »Regieren« so überhaupt?
Und angenommen, dem wäre so, bliebe immer noch die Frage nach dem warum zu klären.

Um sich der Beantwortung dieser Fragen anzunähern, soll zuerst ein Überblick gegeben werden, welche höchst unterschiedlichen Formen und Funktionen Geld in den bisherigen Phasen der Menschheitsgeschichte bereits innegehabt hat.
Und darüber hinaus, in welchem Zusammenhang diese Formen und Funktionen wiederum mit den jeweiligen Produktionsverhältnissen standen und stehen.
Wurde Geld in früheren Epochen als Mittel der Schatzbildung oder als Zahlungs-/Austauschmittel benutzt – dann meist in Form von Metallen oder Nahrungsmitteln als Naturalformen – hat es nach Marx mit der Entstehung des Kapitalismus und der »Klassenherrschaft der Bourgeoisie« (s. o.) eine gänzlich neue, zusätzliche Funktion erhalten:
Als sich (scheinbar) selbst vermehrender Wert, als Geld heckendes Geld, als Kapital, als automatisches Subjekt. Der Wert wird »das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.« (MEW 23, S. 168f.)

Eine genauere Betrachtung des Geldfetischs möchten wir in unserem Tagesseminar am 10. November 2012 anstellen und sie gleichzeitig als Ausgangspunkt nehmen zur Auseinandersetzung mit der Rolle der Banken und des Bankenkapitals (nicht nur) innerhalb der aktuellen Finanzkrise.

Für die Kritik der Politischen Ökonomie gehören allerdings Warenproduktion, Zirkulation und Finanzkapital zu einem unauflöslichen Zusammenhang von Ausbeutung.

Reduziert man die kapitalistische Produktionsweise auf die »Herrschaft des Geldes«, dann sind Schuldzuweisungen gegenüber den Banken und Personalisierungen (wie »die Ackermänner«) die unvermeidliche politisch reaktionäre Folge, z. B. bei Occupy Germany:
»Das korrupte amerikanische Finanzsystem ist ein Krebsgeschwür, das die gesamte westliche Welt befällt. Die Politik schaut tatenlos zu, wie ganze Staaten von kriminellen Spekulanten regelrecht hingerichtet werden.«

Wie wenig sinnvoll derartige Reaktionen auf die konkrete Misere namens Realität im Endeffekt sind und wie wenig sie mit den tatsächlich ablaufenden Mechanismen der Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht zu tun haben, diesen Themen möchten wir dann im zweiten Teil des Seminars nachgehen und die fetischisierte Betrachtung des Geldfetisch – in seinen verschiedenen regressiven, antisemitischen oder reformistischen Erscheinungsformen (David Graeber: »Ob das Geld jemals ganz verschwinden wird, wer kann das sagen? … Es ist schwer, sich eine komplexe Weltgesellschaft vorzustellen, in der bestimmte unterschiedliche Werte oder Arbeitsleistungen nicht über Geld miteinander vermittelt werden.«) kritisch dekonstruieren.

Samstag, 10. November 2012
11.00 bis 17.00 Uhr
im Raum 9, HumF Uni Köln
Gronewaldstr. 2, 50931 Köln

Bitte anmelden unter E-Mail-Adresse: kdpoe [at] gmx [punkt] net

Seminar im Rahmen der Einführung in die Kritik der Politischen Ökonomie II an der Uni Köln

Siehe: http://alunikoeln.blogsport.de/images/EinladungMarxismusseminar1220121110.pdf

Vgl.:
http://alunikoeln.blogsport.de/2012/08/24/einfuehrung-in-die-kritik-der-…
http://alunikoeln.blogsport.de/images/AL_Einfhrung_i_d_K_d_P__II.pdf
https://linksunten.indymedia.org/en/node/65880
https://linksunten.indymedia.org/de/node/66988

Einführung in die Kritik der Politischen Ökonomie II

12.10.2012 – 01.02.2013
Kritisches Seminar im Rahmen von School Is Open:
Das Uni-Seminar zur Kritik der Politischen Ökonomie (II) wird im Wintersemester (WiSe) fortgesetzt.
Ebenfalls Freitags von 10 bis 11.30 in Raum 9 an der Humf, Uni Köln, Gronewaldstr. 2.

Seminarinhalt:
Seminarinhalt

Vorstellungstext / Kommentar:
Textauszug

Info: PDF, Auszug des Unidokumentes, zur Anmeldung, Literatur, usw..

10.07.2012 AL Plenum

Das nächste AL-Plenum findet am Dienstag, den 10.7. pünktlich 18Uhr in der StAVV-Garage an der HumF statt. Wer eine Wegbeschreibung braucht meldet sich bitte einfach.

Themen: Strukturen, Orga und Texte/Inhalte.

Textbsp., Auszüge, siehe:
- http://alunikoeln.blogsport.de/2012/06/23/artikel-fuer-den-nachdruck-juni-2012/
- http://krise.blogsport.de/2010/01/02/aufruf-zur-studidemo-30012010/#more-18

Mehr dazu auf dem Plenum.

Neues Blog der PG Inklusion

„Projektgruppe Inklusion (AL):

Wir sind aus der basisdemokratischen Hochschulgruppe Alternative Liste entstanden und haben und im SoSe 2012 gegründet.

Auf dem Humf-Festival, am Dienstag, den 03. Juli 2012, sind wir als PG mit unserem Info- und Aktionsstand vertreten. Hier informieren wir über die erstrebenswerte Utopie der Inklusion. Des weiteren bieten wir verschiedene Aktionen an die sich mit dem Thema Inklusion beschäftigen (Stille Diskussion, Power Walk, Rollatoren Parcour, usw.)“

Weiterlesen auf: projektgruppeinklusion.blogsport.eu

Artikel für den Nachdruck Juni 2012

Im Juni 2012 ist wieder eine Ausgabe des Nachdrucks erschienen. Auch dieses Mal mit einem von der AL getragenen Artikel zu Studienverhältnissen: Studieren der Sachzwänge. Stellschrauben der bestehenden Studienverhältnisse (pdf).

Es handelt sich dabei um eine Momentaufnahme, die nicht dazu verleiten sollte, frühere Studienverhältnisse zu glorifizieren. Die Durchdringung des Studium durch Verwertung etc. ist kein Phänomen von Creditpoints, sondern findet sich auch in der Verkehrung von Studium zu Ausbildung wieder.

Plenum 26.6.

AL-Plenum, ab 17:30Uhr in der HumF, Treffen im Foyer.
Thema sind u.a. die Studienverhältnisse und die Änderung der Wahlordnung (SP).
Kontakt: al-plenum ((at)) uni-koeln.de.




Feednote: Feedshark DreamHost coupons